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Rückblick 2019. Jahreshighlights Belletristik & Krimi.

Wie ihr wisst, fallen mir Rückblicke immer ein wenig schwer, daher drücke ich mich ja auch immer vor den Lesemonaten. Doch zum Jahresende muss es doch mal sein. Da 2019 ein recht erfolgreiches Lesejahr für mich war, sowohl im quantitativen als auch im qualitativen Bereich, werde ich mehrere Beiträge verfassen und meine Jahreshighlights schön nach Genre trennen. Das macht es mir einfacher und für euch übersichtlicher.

Heute dreht sich alles um die belletristischen Perlen und die großartigen Kriminalromane, die ich im Jahr 2019 gelesen habe. Alle davon waren auch gleichzeitig wirkliche Überraschungen für mich, da ich sie entweder nur aufgrund von Empfehlungen von Buchhändler-Kollegen gelesen habe oder mein Bauchgefühl habe entscheiden lassen.


Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle
von Stuart Turton

„Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ ist kein einfacher Kriminalroman. Für mich ist es, als hätten sich Joel Dicker, Agatha Christie und Jess Kidd an einen Tisch gesetzt, vorher ein bisschen zu viel Stephen King gelesen, einen Filmmarathon mit „Happy Death Day“ und „Täglich grüßt das Murmeltier“ veranstaltet und dann ein Kammerspiel geschrieben.
Stuart Turton hat mich auf sechshundert Seiten nicht nur auf eine makabre Weise richtig gut unterhalten, er hat mich vollkommen gefesselt, mich in Verwirrung gestürzt und mit Herzklopfen von der ersten bis zur letzten Seite getrieben.

Inhalt:
Maskenball auf dem Anwesen der Familie Hardcastle. Am Ende des Abends wird Evelyn, die Tochter des Hauses, sterben. Und das nicht nur ein Mal. Tag für Tag wird sich ihr mysteriöser Tod wiederholen – so lange, bis der Mörder endlich gefasst ist.


Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert
von Joel Dicker

Ein großartiger Roman, der irgendwo zwischen Gesellschaftskritik, Unterhaltung und Kriminalroman angesiedelt ist und die eigenen Moralvorstellungen hinterfragt. Joel Dicker konnte mich gleichzeitig von seinem Schreibstil überzeugen, denn ich habe letztes Jahr auch seine anderen beiden Bücher gelesen. Eine weitere Empfehlung gibt’s daher noch für „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ von mir.

Inhalt:
Ein Skandal erschüttert das Städtchen Aurora an der Ostküste der USA: Dreiunddreißig Jahre nachdem die ebenso schöne wie geheimnisumwitterte Nola dort spurlos verschwand, taucht sie wieder auf. Als Skelett im Garten ihres einstigen Geliebten. Der berühmte, zurückgezogen lebende Schriftsteller Harry Quebert steht plötzlich unter dringendem Mordverdacht.


Der Freund der Toten
von Jess Kidd

Jess Kidd war für mich eine der Entdeckungen im Belletristik-Bereich 2019. Eine großartige Autorin, mit einem Schreibstil, der gleichzeitig enorm poetisch, aber auch richtig düster ist. Sie wandert meisterhaft zwischen literarisch anspruchsvoller Wortwahl und vulgärer Ausdrucksweise. „Der Freund der Toten“ ist ihr Debütroman und bewegt sich zwischen düsterem Märchen, brutalem Kriminalroman und Kleinstadtgesellschaftsstudie.

Inhalt:
Der charmante Gelegenheitsdieb und Hippie Mahony glaubte immer, seine Mutter habe ihn aus Desinteresse 1950 in einem Waisenhaus in Dublin abgegeben. Sechsundzwanzig Jahre später erhält er einen Brief, der ein ganz anderes, ein brutales Licht auf die Geschichte seiner Mutter wirft. Mahony reist daraufhin in seinen Geburtsort, um herauszufinden, was damals wirklich geschah. Sein geradezu unheimlich vertrautes Gesicht beunruhigt die Bewohner von Anfang an. Mahony schürt Aufregung bei den Frauen, Neugierde bei den Männern und Misstrauen bei den Frommen. Bei der Aufklärung des mysteriösen Verschwindens seiner Mutter hilft ihm die alte Mrs Cauley, eine ehemalige Schauspielerin. Furchtlos, wie sie ist, macht die Alte nichts lieber, als in den Heimlichkeiten und Wunden anderer herumzustochern. Sie ist fest davon überzeugt, dass Mahonys Mutter ermordet wurde. Das ungleiche Paar heckt einen raffinierten Plan aus, um die Dorfbewohner zum Reden zu bringen. Auch wenn einige alles daran setzen, dass Mahony die Wahrheit nicht herausfindet, trifft er in dem Ort auf die eine oder andere exzentrische Person, die ihm hilft. Dass es sich dabei manchmal auch um einen Toten handelt, scheint Mahony nicht weiter zu stören…


Das Licht ist hier viel heller
von Mareike Fallwickl

Mareike Fallwickl hat mich mit ihrem überragend sprachlichem Talent überzeugt und in den Bann gezogen. Die Worte sind fein, geschliffen und poetisch. Doch trotz aller Poesie schafft die Autorin es, jeder Figur einen eigenen Ton zu verleihen. Besonders die eingestreuten Briefe sind einfach beeindruckend – sie gehen in all ihrer Schönheit direkt von der Seite übers Auge ins Herz und schlagen dort ihre Klauen hinein.
Dieser Roman tut weh, er prügelt den Leser windelweich und er hallt nach. Ein Buch, über das man reden sollte – und muss. Ein absolutes Überraschungshighlight für mich!

Inhalt:
Maximilian Wenger war einer der Großen, ein Bestsellerautor, ein Macher. Jetzt steht er vor einem Scherbenhaufen: Niemand will mehr seine Romane lesen, und seine Frau hat ihn gegen einen Fitnesstrainer eingetauscht. In einer kleinen Wohnung unweit von Salzburg verkriecht er sich vor der Welt.
Wengers achtzehnjährige Tochter Zoey plant ihre Zukunft nach ganz eigenen Vorstellungen. Schnell merkt sie, dass sie dabei an ihre Grenzen stößt – und das Erwachsenwerden mit Schmerz verbunden ist.
Dann bekommt Wenger diese Briefe. Obwohl sie an seinen Vormieter adressiert sind, öffnet er sie, und es trifft ihn wie ein Schlag: Sie sind brutal und zart, erschütternd und inspirierend. Wer ist die geheimnisvolle Fremde, die von flüchtigem Glück, Verletzungen und enttäuschter Hoffnung erzählt? Was Wenger nicht weiß: Auch Zoey liest heimlich in den Briefen. Sie hat etwas erlebt, das sich in diesen wütenden Worten spiegelt. Beide, Vater und Tochter, werden an einen Scheideweg geführt, an dem etwas Altes endet und etwas Neues beginnt.


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