Comic

Hubertus Rufledt & Helge Vogt – Alisik. Herbst. 

Band 1 der Dark-Romance-Mystery-Reihe


„Keine Angst, kein Schmerz, keine Trauer. 
Die Zeit ist ein vereister Fluss
in der Finsternis."

Alisik ist ein hübsches, junges Mädchen. Und sie ist tot. Soviel weiß sie inzwischen. Eines Tages wachte sie in einem Grab auf einem Friedhof auf, ohne Erinnerungen. Ihren Namen kennt sie nur, weil er auf ihrem Grabstein steht.

Doch sie ist nicht allein auf dem alten Friedhof, seltsame Gestalten wollen ihr das Leben zwischen Dies- und Jenseits leichter machen. Frings, ein ehemaliger Zirkusstar; Johann, ein Brandopfer; der General; der stumme Spitzhut und Oma Ottilie. Von ihnen erfährt sie die Grundlagen des Geisterdasein. Oder wie sie das selbst nennen – des Postmortalendasein. Doch etwas wurmt Alisik. Ihre Erinnerungen kommen nicht wieder und dabei haben die anderen ihr inzwischen verraten, dass die Umstände ihres Todes Fragen aufwerfen müssen, da sie sonst weitergezogen wäre.

Alisik möchte gern weiterziehen. Sie sieht keinen Sinn in diesem trostlosen Dasein. Immer nur in Gesellschaft dieser kuriosen Gestalten. Sonst kann sie ja keiner hören, geschweige denn sehen. Doch dann taucht Ruben eines Abends auf dem Friedhof auf. Er ist durch einen Unfall erblindet und kann Alisik klar und deutlich hören. Je öfter sie Ruben sieht und mit ihm redet, desto weniger macht es ihr etwas aus in der Zwischenwelt festzuhängen. Aber nichts ist wirklich von Dauer und auch in dieser Welt warten Probleme auf Alisik…


„Herbst“ ist der erste Band der vierteiligen Comic-Reihe rund um das Geistermädchen Alisik.

Gefesselt hat mich hier als erstes das Cover – der Zeichenstil ist mir sofort ins Auge gesprungen und hat mich neugierig gemacht. Zurecht, denn ich finde, dass dieses Comicheftchen ein kleines Meisterwerk ist. Teilweise habe ich minutenlang nur dagesessen und die Zeichnungen bewundert. Sie sind wahnsinnig detailliert und enorm liebevoll. Die einzelnen Szenen sind in verschiedenen Farbnuancen coloriert, auch dies ein Teil der Geschichte.

Das Comicheft ist mit 110 Seiten im handlichen A5 Format relativ schnell weggelesen.

Der Anfang der Geschichte um Alisik ist niedlich gemacht und schürt die Neugierde im Leser. Man möchte wissen, wie es mit Ruben weitergeht, wie die Umstände von Alisiks Tod waren und wie sie die aufkommenden Probleme meistern wird. Außerdem ist die Geschichte stellenweise wirklich zum schmunzeln und hat mich gut unterhalten.

Alisik an sich ist erstmal einfach nur hübsch anzusehen. Durch ihren Gedächtnisverlust wird nicht ganz so viel von ihrer Persönlichkeit sichtbar. Ruben bringt da schon ein bisschen mehr Hintergrund mit und auch über die anderen Postmortalen erfahren wir mehr. Für mich ist es angenehm, dass Alisik wie ein leeres Blatt Papier ist, so hat man als Leser mehr zu erfahren und fiebert dann doch mit.

Momentan greife ich ja eher zu einem Manga als zu einem Comic. Aber bei dieser wunderschön gezeichneten Geschichte habe ich mal wieder gern eine Ausnahme gemacht, denn die Bände der Reihe zieren schon ein paar Jahre meine Regale und finden öfter mal ihren Weg zurück auf meine Leseliste.



Liebhaber von ansprechend gezeichneten Geschichten, die einen Hang zum Schaurig-Schönen haben.


Verlag: Carlsen Comics, 2013

ISBN: 978-3-551-77026-4

Preis: 7,99 €

Softcover

zur Leseprobe

Hubertus Auflädt begann 1989 mit dem Schreiben, nachdem er unter anderem als Binnenschiffer und Bühnentechniker gearbeitet hatte. Der Potsdamer schrieb unter anderem für Gruner + Jahr, MOSAIK und Disney.

Über den Zeichner und Co-Autor: Der Berliner Helge Vogt arbeitet als Comiczeichner und Illustrator unter anderem für Carlsen und Disney.

 

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(dieser auch)

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