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Anna Katmore – Kein Prinz für Riley

Band 1 von „Grimm war ein Bastard“


„Mann! Wisst ihr überhaupt, wie gut ihr es habt? Ich will auch einen Prinzen!“ Ich nehme die Tasse mit dem Sprung samt Untersetzer hoch. „Die beißen wenigstens nicht."
Bellina versteckt ein Kichern hinter einem Keks, während eine leichte Röte um ihre Nase aufblüht. Okay, ihr Prinz vielleicht schon, aber ich glaube, das stört die Schöne nicht.

Riley Redcoat hat keine Lust mehr. Tagein, tagaus, muss sie mit ihrem Körbchen am Arm durch den Wald schlendern, den Wolf treffen, ihre Großmutter fressen lassen und dabei zusehen, wie der Jäger dem Untier den Bauch aufschlitzt. Dauernd lesen Menschen in der Realität ihr Märchen. „Rotkäppchen und der Wolf“ ist einfach immer noch eines der berühmtesten Märchen. Daher sind sie, ihre Großmutter, der Jäger und Jack dazu gezwungen, dauernd anzutanzen und ihr Leben nach dem Märchen auszurichten. Sie sind schließlich alles Menschen mit einem eigenen Leben! Ja, alles Menschen. Auch der Wolf. Also zu neunzig Prozent der Zeit sozusagen, nur zum Fressen der Großmutter trägt Jack seinen Pelz. Als Riley dann innerhalb von einem Tag zweimal zum Spielen des Märchens durch ihren inneren Drang gezwungen ist, hat sie die Nase gestrichen voll.

Sie will genau wie ihre Freundinnen auch einen Prinzen! Dornröschen, Aschenputtel, Schneewittchen und die Schöne haben alle ein so tolles Leben, ein Schloss und ein Märchen, das nicht dauernd aufgeführt wird. Aber sie haben auch das Wichtigste von allem – ein richtiges Happy End! Ein Prinz, der sie küsst, der sie liebt und bis an ihr Lebensende glücklich macht. Riley dagegen hat nur Jack, den Wolf. Wie jeder weiß, wird sie dadurch nie ihr Happy End bekommen, denn wahre Liebe gibt es nur unter den Adligen im Märchen.

Riley sieht nur einen Ausweg. Sie will aus ihrem Märchen ausbrechen, sich einen Prinzen suchen und ein eigenes Happy End bekommen. Ihr Plan steht. Nur leider hat sie die Rechnung ohne Jack gemacht…der Wolf hat nämlich nicht vor sein Rotkäppchen gehen zu lassen. Doch warum eigentlich nicht?


Was war ich aufgeregt, als ich von der Dilogie „Grimm war ein Bastard“ gehört habe. Anna Katmore versteht es ja immer, mich mit ihren Geschichten zu unterhalten. Sie schafft lockere und leichte Liebesgeschichten, die einen zum Lachen bringen und kurzzeitig die Welt vergessen lassen. Ihre Reihe rund um die Bewohner von Grover Beach hat dies eindrucksvoll gezeigt.

In „Kein Prinz für Riley“ werden unsere gewohnten Märchen und deren Figuren ein bisschen zusammengewürfelt und zusammen in eine Welt geworfen. Der Leser trifft hier auf viele Geschichten aus der eigenen Kindheit. Seien es nun die bekannten Märchenprinzessinnen, die kleine Meerjungfrau oder der gestiefelte Kater. Doch ganz wie unsere Bekannten verhalten sie sich nicht – wir erfahren hier ihr Leben neben ihren Märchenauftritten.

Die Figuren mag ich allesamt ziemlich gern. Ich danke Anna Katmore für die Warnung am Anfang – Riley schütteln zu wollen, dass sie zur Vernunft kommt, ist wohl beabsichtigt. Wirklich geholfen hat es zwar nicht, aber wenigstens weiß ich, dass sie absichtlich so angelegt ist. Ganz ehrlich, sie hat mich wirklich teilweise zur Verzweiflung gebracht mit ihrer Naivität. Gut, sie ist das Rotkäppchen und von Haus aus wohl eher kindlich angelegt, aber manchmal…kann ich Jack verstehen, dass er sie im Laufe der Geschichte mal zwickt.

Wobei wir auch schon bei dem Wolf wären. Die Geschichte verrät uns (zum Glück) nicht nur Rileys Perspektive, wir dürfen auch in den Gedanken von Jack herumstiefeln. Die sind im übrigen echt großartig. Kurzer Einschub meinerseits und die, die die Grover Beach Reihe gelesen haben, werden das vielleicht nachvollziehen können – Jack erinnert mich irgendwie an Ryan Hunter. Seine Art, seine Ausdrucksweise, einfach das Gesamtpaket. Nicht, dass das schlimm wäre, denn Ryan ist ja auch ein ziemlich einnehmender und sympathischer Protagonist. Nun ja, wieder zurück zu Jack. Seine Perspektive macht die Geschichte gleich um Längen spannender und lässt einen ziemlich oft schmunzeln. Der Wolf ist doch vielschichtiger als man auf den ersten Blick glauben mag.

Die meisten Nebenfiguren werden nur kurz erwähnt, das ist aber nicht weiter schlimm- Rileys Freundinnen und ihre Männer treffen wir in vielen Szenen und sie sind wirklich toll ausgearbeitet und sehr sympathisch. Besonders Prinz Phillip hat es mir hier angetan.

Die Geschichte ist wirklich niedlich – ein Märchen gewürzt mit einer schönen, sich entwickelnden Liebesgeschichte und tollen Figuren. Ich bin gespannt auf den zweiten Band. Der ist zum Glück auch schon draußen, so muss ich mich nicht lange mit dem enormen Cliffhanger am Ende rumärgern.



Fans von Anna Katmores Liebesgeschichten. Liebhaber von modernen Märchenadaptionen und Romantasy-Geschichten.


Erscheinungsjahr: 2018

eBook, gelesen auf kindle paperwhite

Preis: 3,99 €

auch als Taschenbuch verfügbar und als Sonderausgabe direkt bei der Autorin zu bestellen 

Anna Katmore ist Österreicherin und liebt es mit ihrem Mann und Sohn zu reisen. Teamwechsel war ihr erster Roman. Anna Katmore schreibt ihre Geschichten in deutscher und englischer Sprache.

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