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Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf

Der letzte Wille eines Menschen sorgt ja gerne mal für Verstimmungen – so auch der des sehr vermögenden Barons Augustus Reinhold. Der zwei Monate zuvor Verstorbene verfügt in seinem Testament, dass sein gesamtes Erbe demjenigen zufällt, der den goldenen Apfel findet. Das sorgt unter den Familienmitgliedern verständlicherweise für Aufruhr, da absolut niemand auch nur einen Anhaltspunkt auf dieses mysteriöse vergoldete Obst hat.

Baronin Dahlia, die Witwe des Verblichenen, ruft Professor Hershel Layton, einen berühmten Rätselknacker, und seinen Lehrling Luke auf den Familiensitz nach Saint Mystère. Dieses kleine Dorf liegt landschaftlich wunderschön eingebettet, ist aber seltsamerweise gut von der Außenwelt abtrennbar – nur über eine Zugbrücke zu erreichen. Schon bald stellen Layton und Luke fest, dass die Bewohner des Dorfes allesamt nicht nur außerordentlich schrullig sind, sondern auch eine gemeinsame Leidenschaft teilen: das Rätseln. Überall und von jedem Bewohner werden ihre grauen Zellen auf die Probe gestellt. Da sie nur so an Informationen gelangen können, bleibt ihnen nichts anderes übrig als die Spielchen mitzuspielen.

Doch Saint Mystère scheint noch mehr Geheimnisse zu verbergen als selbst die seltsamsten der Bewohner vermuten. Ein verlassener Vergnügungspark zieht bald die Aufmerksamkeit von Layton und Luke auf sich. Irgendwas an diesem Ort stimmt gewaltig nicht, ganz zu schweigen von dem riesigen Turm und den seltsamen Geräuschen, die man immer wieder hört…


Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf ist im November 2008 für den Nintendo DS erschienen und nutzt die Vorteile der Kombination von Touchscreen und normalem Bildschirm aus. So können wir nicht nur die wunderschöne Szenerie des Dorfes auf uns wirken lassen und gut gemachte Animationssequenzen genießen, sondern nutzen den Touchscreen zur Lösung der Rätsel. Mehr als 135 an der Zahl gilt es zu lösen um dem Geheimnis von Saint Mystére auf die Spur zu kommen und gleichzeitig den guten Ruf von Professor Layton zu wahren. Der Schwierigkeitsgrad wird immer höher, je weiter die Geschichte voran schreitet. Der Spieler muss also nicht nur Streichhölzer zu Bildchen arrangieren, es gilt auch Küken und Wölfe auf einem Floß über einen Fluss zu transportieren – vorzugsweise so, dass alle kleinen Federviecher noch putzmunter sind. Die grauen Zellen werden nicht nur durch weitere bekannt anmutende Knobeleien gefordert, auch mathematischen Problemen sollte man sich stellen können und wollen. Sollte es einmal hapern, wird man aber nicht gänzlich allein gelassen. Auf der Reise durch Saint Mystére gilt es Hinweismünzen zu finden, die oft an den unmöglichsten Orten versteckt sind. Diese decken, wie ihr Name schon sagt, Hinweise auf. Doch nicht umsonst. Für jeden benötigten Hinweis muss der Spieler Punktabzug in Kauf nehmen.

Nicht nur das intuitive Gameplay, besonders die charmante Story mit den hübschen Comic-Sequenzen haben es mir bei diesem Spiel angetan. Wer Rätsel liebt, ist hier absolut gut aufgehoben. Die Darstellung des Dörfchens, die einzelnen Figuren und die Geschichte an sich, haben mich zu einem Fan der Professor Layton Reihe gemacht. Ich habe einige vergnügliche Stunden im skurrilen Saint Mystére zugebracht und bereue keine Minute, auch wenn ich teilweise wirklich an mir gezweifelt habe. Wie das halt bei Rätseln manchmal so sein kann, ist es möglich ziemlich auf dem sprichwörtlichen Schlauch zu stehen.



Vorrangig Rätselliebhaber. So schön die Story ist, wenn man diese Voraussetzung nicht mitbringt, kann das Spiel nur verlieren.


Plattform: Nintendo DS, 2008

Preis: ca. 36 € (Stand 02.03.2018), ich habe es aus einem Retro-Spieleladen für 15 € in einem sehr guten Zustand mitgenommen.

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