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[Kurzrezension] Hank Green – Ein wirklich erstaunliches Ding

„Wahnsinn, welche Macht wir alle – jeder von uns – theoretisch über vollkommen Fremde haben, wie mühelos wir dafür sorgen können, dass sich jemand verdammt mies, ohnmächtig und bedroht fühlt.“


April May ist 23 Jahre alt, lebt in New York und hat keinen Plan, was sie eigentlich wirklich in ihrem Leben will. Als sie eines Nachts, auf dem Nachhauseweg, auf einen riesige Skulptur stößt, die die Form eines Roboters hat, denkt sie sich nichts dabei, als sie ihren Freund Andy dazu auffordert, schnell mit ihr ein Video zu machen. Sie gibt der Statue den Namen Carl und stellt ihn der Welt, also YouTube, vor. Dabei ahnt April nicht, dass sie ihr Leben damit komplett verändert. Denn auf einmal ist sie nicht mehr unscheinbar, sondern jemand, dem man zuhört. Weil sie Carl entdeckt hat. Denn die mysteriösen Statuen sind überall auf der ganzen Welt aufgetaucht, ohne Hinweise darauf, woher sie kommen und wozu sie eigentlich gut sind. April steht im Mittelpunkt des Interesses und erfährt am eigenen Leib, wie sich Medienruhm anfühlen kann…


„Ein wirklich erstaunliches Ding“ und ich, wir hatten so unsere Probleme miteinander.

Hank Green hat einen wirklich angenehmen, leichten Schreibstil, der die Geschichte von April May leicht zugänglich macht und schnell am Leser vorüber ziehen lässt. Der Stil passt zur Protagonistin, er gibt ihr eine glaubwürdige Stimme und konnte mich dadurch auch von der Geschichte überzeugen.

Glücklicherweise muss ich hier sagen, denn April selbst, ging mir die meiste Zeit gehörig auf die Nerven. Aber so richtig. Ich konnte ihre Gedankengänge nicht zur Gänze nachvollziehen und ihre Handlungen erst recht nicht. Vermutlich liegt es daran, dass ich nicht mehr in die Zielgruppe der Geschichte falle und sich junge Erwachsene am Anfang ihrer Zwanziger vielleicht sehr viel besser mit April identifizieren können als ich es kann.

Doch selbst mit einer unerträglichen Hauptfigurine und einigen Längen in der Mitte konnte mich der Roman im Großen und Ganzen mitreißen. Ich mochte die Idee hinter der Geschichte, das Geheimnis hinter den Roboter-Skulpturen und die Darstellung der Medienproblematik. Denn das, was Hank Green hier darstellt, ist eine Wahrheit, die man sich besonders im Umgang mit den sozialen Medien vor Augen halten muss. Die Fragen, was man der Welt zur Verfügung stellt, wieviel von sich selbst man offen legt, wie man mit den Reaktionen umgeht und mit den Konsequenzen leben muss.

Leseempfehlung für alle, die sich für den Umgang mit Medien in unserer Gesellschaft interessieren und die sich bei eventueller Antipathie zur Protagonistin einfach mit dieser abfinden können.

Und etwas, das ich absolut nicht verschweigen möchte: ich mag das Design des Buches. Die Variante, den Einband des Hardcovers direkt zu bedrucken, den Schutzumschlag wegzulassen und dafür die vordere und hintere Klappe einfach anzukleben, ist einfach klasse.


(Werbung, unbezahlt)

Originaltitel: An Absolutely Remarkable Thing

Genre: Belletristik, Science-Fiction

Verlag: dtv bold

Erscheinungsdatum: 28.02.2019

ISBN: 978-3-423-79040-6

Preis: 22, 00 €

Hardcover, 444 Seiten

weitere Formate: eBook (18,99 €) und Hörbuch (Audio-CD und Download)

Hank Green lebt in Montana, ist studierter Biochemiker und Umweltwissenschaftler und der Bruder des Schriftstellers John Green. Zusammen betreiben die Brüder nicht nur einen sehr erfolgreichen YouTube-Kanal, sie engagieren sich auch aktiv im karitativen Bereich.

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