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5 Gründe dafür, dass „Becoming Elektra“ ein Must Read in diesem Sommer ist.

Wenn dein Leben eine Lüge ist…

Als die junge und schöne Elektra Hamilton bei einem Reitunfall ums Leben kommt, erhält Isabel ein unerwartetes Angebot. Sie, die Elektra wie aus dem Gesicht geschnitten ist, soll deren Platz einnehmen. Sie muss lediglich für immer verschweigen, wer sie wirklich ist. Ein Leben in Luxus winkt ihr – und die Verlobung mit dem attraktiven Phillip von Halmen.
Zunächst scheint keiner Verdacht zu schöpfen. Doch Elektra hatte eigene Geheimnisse und während diese sie langsam einholen, wächst in Isabel die Gewissheit, dass Elektras Tod kein Unfall war. Wer trachtete Elektra nach dem Leben? Und wird der Mörder erneut zuschlagen?
Isabel weiß nur, dass sie keinem trauen kann…


Die Mischung macht’s.

Christian Handel hat hier einen Genre-Mix geschaffen, der in keine Schublade passt. Jugendroman trifft auf Coming-of-Age in einem Science-Fiction-Szenario, gespickt mit Thrillerelementen und gewürzt mit einer Prise Romantik.
Dadurch ist „Becoming Elektra“ auch für Leser geeignet, die sonst mit den einzelnen Genres nicht viel anfangen können. Ich selbst kann nur manchmal etwas mit Science-Fiction anfangen, auch die typischen Coming-of-Age-Romane können mich selten begeistern. „Becoming Elektra“ habe ich ohne Vorwissen und Erwartungen gelesen – ich hab mich allein vom Autorennamen leiten lassen – und bin auf ein absolutes Highlight im Jugendbuchbereich gestoßen.


Die Sogwirkung der Geschichte.

Einmal in die Geschichte von Isabel und Elektra eingetaucht, wollte ich einfach nicht mehr raus. Ich konnte mich der Sogwirkung nicht entziehen. Der Spannungsbogen ist so gut ausgearbeitet, dass selbst ich mit Herzklopfen und voll Adrenalin gelesen habe und mich an der ein oder anderen Stelle von nervösen Ticks abhalten musste.


Die unerwarteten Wendungen.

Wenn ich beim Lesen dachte, es ist alles klar, kam Christian Handel wieder mit neuen Dingen, mit neuen Überraschungen um die Ecke.
Der eingewebte Kriminalfall ist gut konstruiert, man ist als Leser zusammen mit der Protagonistin auf der Hut und möchte sich am liebsten selbst dauernd umschauen.
Und kurz spoilerfrei zum Ende – dieses sucht wirklich seinesgleichen. Christian Handel verabschiedet sich mit einem Paukenschlag aus diesem Einzelband.


Die liebevoll gezeichneten Charaktere.

Die Figuren in „Becoming Elektra“ bringen alle miteinander gut ausgearbeitete Persönlichkeiten mit sich. Selbst die Nebencharaktere erschienen einem faszinierend, man merkt die Arbeit, die der Autor hier rein gesteckt hat. Die Charaktere sind bei weitem nicht alle Sympathieträger, aber ich fand mich schnell in der Position wieder, in der ich auch diese interessant fand, obwohl sie mir unsympathisch waren. Ich konnte als Leser Gefühle gegenüber den Figuren entwickeln, egal in welche Richtung, an manchen Stellen der Geschichte waren diese auch ziemlich ausgeprägt. „Becoming Elektra“ wird dadurch sehr emotional und die Spannung noch greifbarer.


Die Einarbeitung gesellschaftlich relevanter Themen.

Und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger oder geschwungener Moralkeule.
Christian Handel greift hier ein Thema auf, das in diesem Science-Fiction-Szenario natürlich wirkt, aber auch schon heute heiß diskutiert wird: Klone. Deren Status als Mensch und die Möglichkeit des Besitzes von Lebewesen wird aufgegriffen und von mehreren Seiten beleuchtet. Als Leser denkt man darüber nach, die eigenen Moralvorstellungen werden gefragt, ohne Antworten zu verlangen oder zu geben.
Doch auch weitere Themen werden aufgegriffen.
Sexuelle Orientierung von jungen Menschen, besonders in der Öffentlichkeit; politische Macht und ihre Folgen, wie weit man für Macht gehen darf und was Familie und Freundschaft in diesem Zusammenhang überhaupt noch bedeuten; der technische Fortschritt und welche Vor- und Nachteile er mit sich bringt; sowie die gesellschaftliche Stellung, die Menschen haben können, und ob sich mit Geld alles erkaufen lässt.
Das klingt erstmal komplett überfordernd und nach einer Menge an unterschiedlichen Themen auf einem Haufen. Aber so ist es absolut nicht und das ist das, was mich komplett begeistert hat. Es ist zwar alles da, aber es wird wie selbstverständlich behandelt, passt in die Geschichte und erschlägt den Leser nicht. Eine Gratwanderung, die Christian Handel in „Becoming Elektra“ wirklich meisterhaft bewältigt.


(Werbung, unbezahlt)

Titel: Becoming Elektra. Sie bestimmen, wer du bist.

Autor: Christian Handel

Genre: Jugendroman, Entwicklungsroman, Science Fiction, Thriller

empfohlen ab 14 Jahren

Verlag: Ueberreuter

Erscheinungsdatum: 12.07.2019

ISBN: 978-3-7641-7094-3

Preis: 17,95 €

Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten

weitere Formate: eBook (14,99 €) und ab 22.08.2019 auch als Hörbuch-Download

Christian Handel wurde im Spessart geboren, genauer gesagt in der Schneewittchen-Stadt Lohr, was seine Affinität zu Märchen und deren Adaptionen erklären könnte. Inzwischen lebt er in Berlin, schreibt als freier Journalist und als Blogger am liebsten Bücher und ist seit einigen Jahren als Autor tätig. Seine Bücher behandeln nicht nur Märchenstoffe, auch starke Persönlichkeiten und queere Themen werden aufgegriffen. Sein Debütroman „Rosen und Knochen“, erschienen im Drachenmond Verlag, wurde für den SERAPH 2018 nominiert.

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