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Andrew Lane – Young Sherlock Holmes. Der Tod liegt in der Luft. 

Band 1 der Young Sherlock Holmes Reihe


„Dass man zwar alles, was man will, ableiten kann, aber dass es ohne Wissen zwecklos ist. Dein Gehirn ist wie ein Spinnrad, das sich so lange end- und ziellos dreht, bis es mit Fäden gespeist wird und Garn zu produzieren beginnt. Informationen sind die Grundlage allen rationalen Denkens. Finde sie heraus. Sammele sie gewissenhaft. Stopf die Speicherkammern deines Gehirns mit so vielen Fakten wie nur möglich voll. Versuche nicht, zwischen wichtigen und unwichtigen Fakten zu unterscheiden. Potentiell sind alle wichtig."

Der 14jährige Sherlock Holmes hat endlich Sommerferien. Weg von dem tristen Internat Deepdene und der Einsamkeit, hin zu seiner Familie. Zumindest war das der Plan. Dieser löst sich jedoch schnell in Luft auf, als Sherlock von seinem großen Bruder Mycroft erfährt, dass ihr Vater wieder im Einsatz ist und die nächsten neun Monate mit der Armee in Indien verbringen wird. Weder seine gesundheitlich angeschlagene Mutter, noch seine Schwester oder Mycroft haben die Möglichkeit, sich um Sherlock zu kümmern. Dieser muss daher seine lang ersehnten Ferien bei seinem Onkel Sherrinford und seiner Tante Anna Holmes in Farnham verbringen, auf dem Land und allein.

Dort angekommen fühlt sich Sherlock ebenso unwohl und unwillkommen wie in seiner Schule, nur das Essen ist besser. Besonders die Hauswirtschafterin Ms. Eglantine ist ihm unheimlich und scheint ihn regelrecht zu hassen. Um aus dem Haus zu kommen, streift Sherlock durch die Gegend um das Anwesen. Dabei lernt er den Straßenjungen Matty kennen und freundet sich mit ihm an.
Dieser zeigt ihm in der Stadt ein Haus, in dem ein Mann auf seltsame Weise ums Leben gekommen ist. Matty sah kurz nach dem Todesfall einen seltsamen Nebel aus dem Fenster schweben, der sich komisch bewegte, so als hätte er ein Eigenleben. Der Tote war am ganzen Körper mit Pusteln übersät.
Sherlock fängt zusammen mit Matty an zu ermitteln und gewöhnt sich langsam an den Gedanken der Ferien auf dem Land.

Doch dann eröffnet ihm sein Onkel, dass Mycroft einen Tutor für ihn engagiert hat, damit er auch in den Ferien seine Studien vorantreibt. So trifft Sherlock auf den Amerikaner Amyus Crowe und dessen Tochter Virginia. Während der unkonventionellen Unterrichtsstunden stoßen Crowe und Sherlock auf eine weitere Leiche, ebenfalls mit Pusteln übersät und vom fliehenden Nebel umwabert.
Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als die Ermittlungen aufzunehmen, da der ansässige Arzt sich angesichts der Beulen weigert den Toten zu untersuchen. Doch Crowe und Sherlock vermuten mehr hinter den Todesfällen. Bald schon sind sie mittendrin in einer großen Verschwörung, in der nicht nur vernarbte Männer und ein mysteriöser Baron eine Rolle spielen werden.


Vorweg – ich bin ein riesiger Sherlock Holmes Fan und bin lange um dieses Buch herum geschlichen.

Das Cover ist sehr schön und stimmungsvoll gehalten und passt prinzipiell auch gut zu Sherlock Holmes. Zusammen mit dem Titel hat es hohe Erwartungen in mir geweckt.

Die Geschichte an sich gefiel mir sehr gut, die Idee des Falls war toll und der Schreibstil ansprechend. So weit, so gut. Wenn da nicht Sherlock Holmes drauf stehen würde.

Aber von vorn.

Das Setting ist gut gewählt und in Tradition der alten englischen Romane. Andrew Lane beschreibt die Landschaft anschaulich und man möchte selbst durch die Wälder rund um das Anwesen streifen.

Die Figuren sind bildhaft beschrieben und gewinnen im Laufe des Romans immer mehr an Persönlichkeit und Tiefe.

Der Fall ist spannend konstruiert, glaubhaft und man kann als Leser den Gedankengängen sehr gut folgen.

Doch für mich gibt es da eben diese eine Schwäche. Für mich ist es kein Sherlock Holmes. Ich erkenne den großen Detektiv nicht in diesem Jugendlichen wieder. Er ist mir zu weich, zu versucht den Menschen zu gefallen. Er ist eben einfach nicht der, den ich mir immer vorgestellt habe. Daher konnte ich mich erst auch gar nicht mit dem Buch anfreunden, erst als ich mich von den Vergleichen frei gemacht habe, konnte ich den Fall genießen. Es war halt dann einfach ein junger Detektiv, der zufälligerweise den gleichen Namen wie sein großes Vorbild trug. Das machte es mir einfacher.

Alles in allem, ist es aber ein solider Krimi in der Tradition der alten englischen Schriftsteller.



Jugendliche und auch Erwachsene, die einen guten, englischen, spannenden Krimi suchen.



Verlag: FJB, 2012

ISBN: 978-3-5961-9300-4

Preis: 9,99 €

Paperback

zur Leseprobe

Andrew Lane, 1963 geboren, ist britischer Journalist und Autor. Er hat bisher über 20 Romane für Jugendliche und Erwachsene verfasst. Neben den bisher 8 Bänden der Young Sherlock Holmes Reihe ist er besonders bekannt für seine Romane zu den Fernsehserien Dr. Who und Torchwood.

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