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Felicity Green – Der Teufel im Detail

Band 1 der Highland-Hexen-Krimis


"Ihre Hoffnung, die Semesterferien in Edinburgh verbringen zu können, hatte sich mit diesem Traum zerschlagen. Natürlich gab es auch die Möglichkeit, den Traum zu ignorieren, aber das konnte sie einfach nicht. [...]
In der Vergangenheit hatte sie schon öfter versucht, derartiges zu verdrängen. Die Träume würden nur schlimmer werden, eine Dunkelheit würde sich in ihr ausbreiten und von innen auffressen."

Andie MacLeod war so froh gewesen, als sie endlich ihren kleinen Heimatort Tarbet hinter sich lassen konnte. Nur zu gern ist sie aus dem verschlafenen Städtchen mitten in den schottischen Highlands nach Edinburgh gezogen, um dort ihren Traum vom Biotechnologie-Studium zu verwirklichen. Sie hatte auch gehofft, in den Semesterferien nicht zurück zu müssen und den ganzen Touristen in Tarbet aus dem Weg gehen zu können. Das malerische Städtchen besteht zu ihrem Leidwesen in großen Teilen nur aus Hotels und Pensionen, da es direkt an einem beliebten Wanderweg liegt. Doch dann hat Andie einen ihrer Träume und sie weiß, dass sie in ihrer Heimat gebraucht wird…

Dessie McKendrick führt eine Frühstückspension in Tarbet. Sie ist zwar etwas erstaunt, als ihre übliche Aushilfe Tara für die Sommermonate absagt, verlässt sich aber auf deren Empfehlung und stellt Taras gute Freundin Andie ein. Sie ist zufrieden mit dem schweigsamen Mädchen. Doch dann geschieht etwas, dass Dessie ihre schmerzhafte Vergangenheit noch einmal durchleben lässt.

Vor zehn Jahren verschwand Connor McKendrick spurlos aus Tarbet. Er war mit seiner Frau Dessie auf Flitterwochen in den schottischen Highlands. Auf seinen Verbleib gibt es keine Hinweise, auch Jahre später nicht. Dessie hat alles versucht, auch nachdem die Polizei längst aufgegeben hat. Connor ist der Grund, warum sie überhaupt in Tarbet blieb. Doch nun scheint es eine neue Spur zu geben – ein junger Mann verschwindet spurlos. Aus der selben Pension, aus der damals auch Connor verschwand. Dessie glaubt nicht an Zufälle. Als sie herausfindet, dass ihre Aushilfe Andie in Verbindung zu der mysteriösen Besitzerin der Pension steht, wird sie misstrauisch und verfolgt sie nachts in den Wald. Das, was sie dort sieht, erschüttert sie in ihren Grundfesten und ihr kommt ein schrecklicher Verdacht…


Auf die Highland-Hexen-Krimis bin ich beim Stöbern bei einer Onlinebuchhandlung gestoßen. Ich war auf der Suche nach Romanen über Hexen, da ich gerade die Serien „The Good Witch“ und „Witches of East End“ gesehen hatte. Als ich über Felicity Green stolperte, war ich mir erst ein bisschen unsicher, aber die Kombination aus dem idyllischen Schottland, Kriminalgeschichten und den Hexen hat mich dann doch überzeugt. So landeten sie auf meiner Wunschliste, von der sie dann dank eines Herzensmenschen gleich wieder befreit wurden.

Das Cover gefällt mir wirklich gut, es passt ganz einfach zur Geschichte. Besonders schön finde ich die Schrift, in der der Titel gehalten ist, die etwas mystisches an sich hat.

In diesem ersten Band lernen wir Andie MacLeod kennen. Viel über sie erfahren wir nicht, ihre Vergangenheit und ihr ganzes Leben wird eigentlich nur am Rande erwähnt. Für eine Protagonistin wird ihr da wirklich wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Dennoch war sie mir richtig sympathisch. Sie ist ernst, unaufgeregt, nett und verantwortungsbewusst. Einfach eine ganz normale junge Frau.

Die zweite Hauptfigur ist Dessie McKendrick. Von ihr erfahren wir bedeutend mehr und ihre Geschichte lässt den Roman zum Leben erwachen. Dessie ist mir an sich auch nicht unsympathisch, sie erscheint aber sehr festgefahren und gleichzeitig irgendwie naiv.

Der Fall an sich war gut konstruiert, es war auch spannend die ganzen Zusammenhänge nach und nach aufdecken zu können. Leider, und jetzt mein wirklich großer Kritikpunkt, wusste ich schon im ersten Drittel des Buches, was im Endeffekt passiert ist. Nur wie eben nicht. Die Lösung war mir schon fast zu naheliegend. Dennoch war es wirklich gute Unterhaltung, denn der Schreibstil, das Setting und die Figuren haben mich entschädigt. Außerdem sind wirklich gute Informationen zu alten schottischen Bräuchen enthalten.

„Der Teufel im Detail“ ist eine nette, mit ein bisschen Magie gewürzte, Kriminalgeschichte, die kurzweilige Unterhaltung bietet.


Fans von leichten Krimis, die mit Frauenpower und Magie daher kommen.


Verlag: Books on Demand, 2017

ISBN: 978-3-8448-0010-4

Preis: 10,99 €

Paperback

zur Leseprobe

Nach dem Abitur ging Felicity Green nach England und studierte Literatur und Schauspiel in Canterbury. Nach diversen Rollen in weniger bekannten Filmen und auf der Theaterbühne, schrieb Green ihre eigenen Stücke. Damit hatte sie die Schreibwut gepackt und gab die Schauspielkarriere auf. Sie studierte kreatives Schreiben, war Mit-Herausgeberin einer Zeitschrift und gewann Preise für ihre Kurzgeschichten. Die Liebe trieb sie wieder nach Deutschland zurück und sie lebt jetzt als freie Autorin und Übersetzerin an der schweizerischen Grenze. Sie schreibt ihre Geschichten vorrangig für junge Erwachsene.

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