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Gedanken einer Büchersüchtigen: Bücher, die eine Verfilmung verdienen. Teil 1.

Buchverfilmungen und ich. Unsere Beziehung ist…naja, sagen wir mal…es ist schwierig.
Meistens bin ich einfach zu anspruchsvoll, da ich oft die Bücher vorher gelesen habe. Mein Kopfkino läuft beim Lesen auf Hochtouren und passt dann einfach nicht mit den Bildern zusammen, die da über den Bildschirm flimmern. Besonders schwierig finde ich seltsamerweise Verfilmungen im Fantasy-Bereich, obwohl oder gerade weil dies eines meiner liebsten Genre ist.

Letztens kam mir aber mal der Gedanke, welche Bücher ich denn gerne als Film oder Serie sehen wollen würde. Also hab ich mich vor mein Bücherregal gesetzt und wollte mir eigentlich fünf Bücher rausgreifen. Dabei musste ich aber feststellen, dass ich zu viele Bücher dafür habe und ich mich auch einfach schlecht entscheiden kann. Daher wird es mehrere Beiträge zu diesem Thema geben.

Bitte denkt dran, dass es wirklich nur meine Empfindungen sind. Ich bin mir durchaus bewusst, dass andere die Hände über dem Kopf zusammen schlagen und sich verzweifelt fragen, was mich denn bitte zu dieser Auswahl bewegt hat.

Teil 1 beschäftigt sich mit erzählenden Romanen deutschsprachiger Autoren.
Ich werde erst kurz Titel und Klappentext vorstellen (und meine Rezension verlinken, denn alle hier aufgeführten haben schon eine) und danach meine Gedanken dazu freilassen. Die können manchmal etwas wirr sein, aber ich versuche euch die Gründe für meine Entscheidung darzulegen. Falls jemand aufgrund von möglichen Spoilern Angst hat weiterzulesen – ich halte diese Beiträge so spoilerfrei wie möglich. Ich erwähne nichts, das ich nicht auch in Rezensionen zur Sprache bringen würde.


Ava Reed – Die Stille meiner Worte. 

Meine Rezension zum Buch findet ihr HIER.

 

 

Ich finde Worte,
ich finde tausende davon
und sie alle sind in meinem Kopf.
Sie finden nur den Weg nicht hinaus.

Hannahs Worte sind verstummt – in der Nacht, in der ihre Zwillingsschwester Izzy ums Leben kam. Wer soll nun ihre Gedanken weiterdenken, ihre Sätze beenden und ihr Lachen vervollständigen?
Niemand kann das.
Hannah ist in der Stille ihrer Worte gefangen.
Bis sie Levi trifft, der mit aller Macht versucht herauszufinden, wer sie wirklich ist.

Ava Reeds Geschichte hat mich wahnsinnig gefesselt und auf vielen Ebenen berührt. Hannah und Levi sind mir unter die Haut gegangen und ich finde, sie würden sich auf der großen Leinwand wirklich gut machen.

Die Charaktere sind zum Glück so beschrieben worden, dass man schon beim Lesen genug Spielraum für seine Fantasie hatte – für Verfilmungen eine gute Voraussetzung. Zumindest meiner Meinung nach. Die Frisuren und die Klamotten, die sie tragen, sind etwas, das einfach umzusetzen ist. Ihr Äußeres ist dadurch auch ein bisschen variabel und ich könnte mir vorstellen, dass ich deswegen leichter zufrieden zu stellen wäre, was die Wahl der Schauspieler angeht.

Auch die Orte aus dem Buch kann ich mir sehr gut filmisch umgesetzt vorstellen. Es ist nichts allzu extravagantes und man fühlt sich auch schon im Buch schnell heimisch.

Die Geschichte an sich könnte ich mir enorm gut mit einer Erzählstimme vorstellen, da Hannah ja nicht spricht. Wie ihr schon lesen könnt, hat mein Kopf sich schon vollkommen in einer Vorstellung eines Filmes verloren. Das kann aber auch daran liegen, dass mein Kopfkino manchmal wirklich großartig sein kann.


Emilia Fuchs – Ein Jahr voller Leben.

Meine Rezension zum Buch findet ihr HIER.

 

 

 

Vertraue auf dich selbst und öffne dein Herz im Land der Mitternachtssonne.

Bisher kennt Nora die Welt nur von den zahlreichen Postkarten, die ihre Zimmerwand schmücken. Aber das soll sich nun ändern: Nach der wohl schwersten Zeit ihres Lebens, beschließt sie, endlich ihren Traum zu verwirklichen und ihr ganz eigenes Abenteuer zu erleben. Sie beginnt ein Studium in Schweden, dem wild-romantischen Land der tausend Seen. Hier lernt sie den attraktiven Medizinstudenten Rune kennen. Doch seit ihrer ersten Begegnung gibt er ihr auf jede erdenkliche Art zu verstehen, dass er sie nicht leiden kann – erst recht, nachdem sich Nora für ein Uniprogramm einträgt, das er leitet. Noch weiß Nora nicht, dass Rune nur versucht sein Herz zu schützen…

Die Jahr-Reihe von Emilia Fuchs hat es mir ja sowieso angetan und ich finde sie absolut unterschätzt. Die Geschichten sind aus dem eben gegriffen und wunderschöne Road-Trips mit so liebenswerten Charakteren, dass man sich am Ende eines Buches fühlt, als hätte man neue Freunde gefunden.

Das ist auch der Grund warum ich eine Verfilmung einfach toll fände. Die Landschaft Schwedens, Nora und ihr Kampf mit der Vergangenheit und besonders Runes Familie verdienen diesen großen Auftritt. Glaubt mir, ihr werdet diese Familie lieben und euch wünschen, auch mal ein bisschen Zeit mit ihnen verbringen zu können.


Jennifer Wolf – Let’s Play. Verspieltes Herz.

Meine Rezension zum Buch findet ihr HIER.

 

 

 

Die wahre Liebe kennt kein Game over…

Seit der 22-jährigen Helena Sorrento das Herz gebrochen wurde, weiß sie, dass die Liebe kein Spiel ist und dass das Herz ein Organ darstellt, das es ganz besonders zu schützen gilt. Alles, was sie ihren Gefühlen jetzt noch erlaubt, ist das Eintauchen in dramatische Liebesromane und der Nervenkitzel beim Zuschauen von Let’s Playern – Online-Gamern, die einen direkt in ihre Spieler-Welten mitnehmen. Wie Tausende anderer Frauen schwärmt sie dabei vor allem für den charmanten Let’s-Player Aiden, dessen Stimme alles in ihr zum Stillstehen bringt. Zu gerne würde sie wissen, welcher Mann sich hinter den humorvollen und doch stets so tiefsinnigen Kommentaren verbirgt – und warum er sich seinen Fans nie zeigt…

Helenas und Aidens Geschichte ist eine meiner liebsten Love Storys. Ich mag die beiden wirklich gern, wobei ich Aiden etwas lieber hab.

Eine Verfilmung von „Let’s Play“ könnte ich mir aus folgenden Gründen gut vorstellen: Helena und Aiden sind so normale Menschen, dass es eine Wohltat wäre, jemandem wirklich menschlichem auf der Leinwand zu folgen; die Orte sind bekannt und die Einflechten des Gaming-Themas bringt noch ein bisschen Spaß in die ganze Geschichte. Wer könnte sich nicht Köln zur GamesCom im Bewegtbild vorstellen? Das absolute Chaos, die ganzen Cosplayer, das alles würde sich meiner Meinung nach gut eignen und dem Zuschauer einige vergnügte Momente bescheren.


Jasmin Romana Welsch – Ash Grey.

Meine Rezension zum Buch findet ihr HIER.

 

 

Kim ist sechzehn und liebt Musik. Sie kennt die Bands aus der Gegend, die Clubs, in denen sie auftreten und trotzdem hat sie „Sturmfänger“ noch nie live gesehen. Dass sie Talent haben, hat sie gehört, dass sie gut aussehen auch, aber erst als der Leadgitarrist ein Musikgeschäft in der Innenstadt eröffnet, kann sie sich selbst ein Bild machen. Das spontane und viel zu kurze Gitarrensolo des Frontmans bereitet ihr wohlige Gänsehaut. Felix ist klasse, talentiert und lächelt dieses melancholische Rockstarlächeln. Als er Kim fragt, ob sie seine Band spielen sehen will, verspricht sie, zum nächsten Konzert zu kommen. Sie könnte die Vorfreude genießen und die Tagträume, die sie von Felix hat, aber das Leben macht ihr einen Strich durch die naive Rechnung. Dass sie riesige Probleme mit sich herumschleppt, hat das Mädchen lange ignoriert und kaum jemandem erzählt, aber ausgerechnet jetzt droht sie von ihren Ängsten erdrückt zu werden. Bald hat Kim kein Dach mehr über dem Kopf. Wohin sie gehen soll, weiß sie nicht, nur, dass sie nicht auf der Straße enden will…

Diese Geschichte ist nicht nur eine wunderbare Teenie-Romanze. Sie ist wichtig. Sie erzählt von Problemen, von Schmerz, von Zurückweisung, von tiefen Löchern, in denen auch ganz normale Jugendliche stecken können. Von Ereignissen, die jedem widerfahren könnten, auch wenn man Probleme gern verdrängt. Es wäre ein Film für Jugendliche und junge Erwachsene, die nicht gern lesen, aber unbedingt von dieser Geschichte erfahren sollten.


Bettina Belitz – Mit uns der Wind.

Meine Rezension zum Buch findet ihr HIER.

 

 

 

Mona kennt ihn nur von den Videos auf YouTube. Es berührt sie tief, wenn er sich mit seinem Power-Kite der Willkür des Windes überlässt. Als sie herausfindet, dass ihr „Drachenreiter“ ein populäres Rockmusikfestival besuchen will, überredet Mona ihren Bruder Manuel, sie dorthin mitzunehmen. Keine Selbstverständlichkeit für Mona, denn sie leidet unter einer seltenen Form von Narkolepsie: Sie schläft bei aufregenden Gefühlen regelmäßig ein.
Eigentlich fährt Adrian nur zu dem Festival, weil er endlich bei der schönen Helen landen will. Doch dann läuft ihm dieses zierliche Mädchen mit dem Drachentatoo über den Weg. Ziemlich hübsch die Kleine, aber als sie endlich in seinen Armen liegt, schläft sie plötzlich ein. Wie merkwürdig ist das denn?

Ein Roman über das Erwachsenwerden. Über das Loslassen. Und nicht nur das – über das Leben mit einer unberechenbaren Krankheit und die Probleme, die eine solche mit sich bringt. Ich finde, dass es gerade diese Geschichten verdienen, einem viel größeren Publikum zugänglich gemacht zu werden – eine Verfilmung wäre wohl ein ziemlich guter Weg dahin.

Aber nicht nur Monas Geschichte hat mich absolut fasziniert, auch das Setting hat mich überzeugt. Die Atmosphäre eines Festivals ist etwas, dass man durch ein Buch schwer fühlen kann (auch wenn Bettina Belitz es absolut versteht). Bewegte Bilder und musikalische Untermalung würden die Geschichte noch weiter voran treiben und sie auf einer andere Ebene darstellen und vermitteln, die ich wirklich spannend fände.


Und nun noch meine abschließende Frage an euch – welchen deutschsprachigen Roman würdet ihr denn gern auf der großen Leinwand sehen?

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