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Sarah Breen & Emer McLysaght – OMG, diese Aisling.

„‚Eure Aisling ist ja wirklich der absolute Knaller.‘ […] ‚Oh, das ist ein ganz bestimmter Typ Frau […] Mein Bruder geht grade mit einer aus, die ist auch so eine totale Aisling.‘“


Aisling ist Ende 20 und wohnt bei ihren Eltern auf dem Hof in einem idyllischen irischen Dorf. Sie ist seit mehreren Jahren glücklich liiert und arbeitet in Dublin. Dort wohnte sie auch mal, ist aber nach der Krankheit ihres Vaters wieder in die Heimat gezogen. Aisling ist glücklich mit ihrem Leben, nur eine Sache stört sie absolut – dass alle um sie herum heiraten. Sie selbst hat dagegen noch nicht mal einen hübschen Verlobungsring von ihrem Freund an den Finger gesteckt bekommen! Ihre Frustration baut sich soweit auf, dass sie sich nach einem vermeintlichen Liebesurlaub trennt und nach Dublin in eine hippe WG zu einer ihrer Kolleginnen zieht. Aisling versucht ihr Leben nochmal neu in die Hand zu nehmen, zu sich selbst zu finden und muss feststellen, dass das alles nicht so einfach ist.


Das Cover. 

Der Einband kommt mit einem etwas ungewöhnlichem Design daher, das Motiv wirkt irgendwie verwaschen, die Haptik des Buches ist dadurch aber wirklich angenehm. Das Augenmerk liegt auf der Typografie, die Zeichnung von Aisling ist einfach „da“ und lässt das ganze Arrangement stimmig wirken und gut auf die junge Zielgruppe zugeschnitten.

Der Stil. 

Der Stil der Autorinnen ist leicht, jugendlich, frisch und sorgt für Lesefreude. Er passt wundervoll zur Jahreszeit, da er durch die Leichte irgendwie sommerlich daher kommt. Es ist einfach, in die Geschichte zu fallen und man begleitet Aisling in ihrem Kopf. Manchmal sind ihre Gedanken zwar recht laut, aber irgendwie auch heimelig. Dadurch sind auch die anderen Charaktere, das Setting und die Emotionen schnell recht nah und greifbar.

Die Charaktere. 

Aisling.
Vorweg muss ich sagen, dass sich wahrscheinlich ein Großteil der Frauen in dem Alter von Aisling oder drumherum in irgendeiner Art und Weise in ihr wiederfinden kann. Selbst ich kann es und mein Leben ist so vollkommen anders als ihres.
Sie ist Ende 20, liiert, kinderlos und scheint zwischen mehreren Lebensstationen einfach festzustecken. Einerseits ist sie mit einem Bein im Erwachsenenleben, andererseits hat sie aber ihre Kindheit immer noch nicht losgelassen durch die räumliche Nähe zu ihren Eltern.
Aisling will gefühlt alles auf einmal und davon ganz viel, ist sich aber im letzten Moment doch wieder nicht sicher, ob es wirklich das richtige ist. Sie stellt damit die Unsicherheiten einer ganzen Generation dar, die hier versteckt in einem leichten Roman daher kommen.
Manchmal kann sie aber auch enorm anstrengend sein, besonders ihre Fixierung auf das ganze Heiratsthema hat es mir manchmal nicht leicht gemacht.

John.
Aislings Freund, Hurling-Spieler und ein „Junge vom Land“, etwas worauf er wirklich stolz ist. Er ist sehr pragmatisch und recht verschlossen, besonders was seine Gefühle angeht. Sein Motto ist, dass er nicht heiraten muss, um glücklich zu sein und dass dafür immer noch genug Zeit ist. Er fühlt sich durch Aisling und ihre Art manchmal unter Druck gesetzt.

Majella.
Aislings beste Freundin seit ihrer Jugend, ein Partygirl, aber nicht oberflächlich. Ist oft recht flatterhaft und verliert dauernd Sachen.

Sadhbh und Elaine.
Aislings neue Mitbewohnerinnen, sehr hip und stylisch, so wie sich Aisling eben immer typische Großstädterinnen vorgestellt hat. Dennoch sind sie sehr sympathisch und liebevoll.

Aislings Familie.
Ist wirklich nett, anders kann man es nicht beschreiben. Sie wirken wie ein einziges Klischee, bekommen aber im Laufe der Geschichte immer mehr Tiefe.

Das Setting.

Es gibt immer wieder Wechsel zwischen dem ländlichen Irland und Dublin, auf einen kurzen Abstecher nach Deutschland wird der Leser auch noch mitgenommen. Die Orte sind wundervoll beschrieben, sie haben sogar bei mir für leichtes Fernweh gesorgt, was aber vorrangig daran liegt, dass Irland mich fasziniert. Die Atmosphäre ist so aufgebaut, dass ich das Gefühl hatte, mit Aisling zusammen dort zu sein.

Die Geschichte.

Was mir besonders gut an Aislings Geschichte gefiel, war wie real es sich angefühlt hat. Es scheint alles mitten aus dem Leben gegriffen zu sein und ich habe mich beim lesen gleich ein bisschen heimelig gefühlt, auch wenn es in einem anderen Land spielt. Egal, wie Aisling auf den ersten Blick gewirkt hat, man findet sich schnell irgendwie in ihr wieder und sei es nur durch Kleinigkeiten. Ein Gedanke, der einem auch schon mal unwillkürlich durch den Kopf geschossen ist. Aisling ist als Figur einfach echt, sie könnte genau so mal eben zur Tür hineinspazieren. Das ist für mich auch die Stärke der Geschichte. Denn diese an sich ist nichts wirklich besonderes, auch wenn sie glücklicherweise nicht immer vollkommen leicht daher kommt und auch mal ernstere Töne anschlägt ohne schwermütig zu werden. Es werden dennoch recht viele Themen aufgegriffen, die wirklich interessant sind und junge Leute in ihren Zwanzigern bewegen können. Die Abnabelung von der Kindheit, die Unsicherheiten im Leben und Beruf, der Umgang mit Social Media und der perfekten Darstellung vom eigenen Leben und die dadurch entstehende Fixierung auf bestimmte Themen, weil man eben genauso sein möchte wie alle anderen und genau dasselbe haben möchte, am besten noch mehr und noch besser.

Das Fazit.

Die Autorinnen haben mit „OMG, diese Aisling“ einen recht zielgruppenspezifischen Roman geschrieben, der aber beim dtv Imprint bold gut aufgehoben ist, denn sie haben sich die Ansprache ebendieser Zielgruppe auf die Fahnen geschrieben – junge Menschen, Anfang bis Ende zwanzig. Hier ist es noch zusätzlich ein Frauenroman. Eine begrenzte Leserschaft, bei der ich mir aber durchaus vorstellen kann, dass der Roman gut ankommt.

„OMG, diese Aisling“ ist ein wundervoll leichter, humorvoller Roman für zwischendurch und perfekt geeignet für sonnige Lesestunden oder den beginnenden Herbst.


(Werbung, unbezahlt)

Verlag: dtv bold

Erscheinungsdatum: 23.08.2019

ISBN: 978-3-423-23002-5

Preis: 14,90 €

Klappenbroschur, 336 Seiten

Genre: Unterhaltungsroman

Sarah Breen und Emer McLysaght sind beides irische Journalistinnen, die ihre Storys über Aisling im Social Media Bereich schon seit 10 Jahren mit ihren Fans teilen. Nun haben sie die Geschichten zu einem Roman zusammengefasst.

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