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Jasmin Romana Welsch – Krieger des Lichts: nihil fit sine causa

Denn nichts geschieht ohne Grund.

Die 16jährige Mia war schon immer eine Außenseiterin – die meiste Zeit ihres Lebens bei ihrer Tante und ihrem Onkel aufgewachsen, als Waise, die früh ihre Mutter verlor und ihren Vater nie kennen gelernt hat. Sie fühlt sich oft unsicher (wie wahrscheinlich jeder Teenager) und ist manchmal unsäglich tollpatschig. Das liegt aber auch an ihrer emphatischen Veranlagung, was ihrer Meinung entweder daran liegt, dass sie ein totaler Freak ist oder einen Gehirntumor hat. Oder beides. Sie staunt nicht schlecht, als sie dann auch noch ein hübscher, unnahbarerer und gelinde gesagt eher nicht so netter junger Mann verfolgt. Oder bildet sie sich das etwa auch nur ein? Oder dieses komische Vieh, das hinter ihr her war und ihr Held/Stalker für sie erledigt hat? Und was macht dieser Schulleiter einer Privatschule, der eher aussieht wie ein Unterwäschemodel, im Wohnzimmer ihrer Verwandten und wieso will er sie unbedingt auf seiner Schule?


Oft mache ich einen großen Bogen um Geschichten, die sich in diesem Genre bewegen. Irgendwie ist es ja doch immer das Gleiche und leider haben die meisten Hauptfigurinen die Angewohnheit mir nach wenigen Kapiteln auf die Nerven zu fallen, da sie wahnsinnig schnell ihre Glaubwürdigkeit einbüßen – die jungen Damen möchte man dann nicht mal mehr schütteln, damit sie sich mal am Riemen reißen, da denkt man sich dann nur noch „ach nee, mach ruhig mal, ist eh nicht schade drum“.

Aber ich lasse mich auch gerne eines Besseren belehren. Die wunderschöne Zeichnung auf dem Buchcover hat mich dazu gebracht, mir dieses Buch zu kaufen und ich habe keine einzige Sekunde bereut. Mia ist in diesem ersten Teil der Trilogie ein unsicherer, manchmal sehr naiver Teenager, den man aber immer noch verstehen kann und die es zielsicher versteht, an der Linie zum Nervigsein vorbei zu schrammen, da sie sich zur richtigen Zeit immer wieder aufrafft und dabei erstaunlich glaubwürdig bleibt. Sie ist halt einfach ein Teenager, der nicht aus heiterem Himmel haufenweise Wissen hervorzaubert oder nicht an sich arbeiten muss. Sie lernt mit sich, ihrer Situation und ihrem ganzen Leben klar zu kommen, manchmal mit Tränen und Schmerz, oft auch mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus – und genau das macht sie so verdammt sympathisch. Aber auch die anderen Figuren machen es einem leicht. Sei es der verbitterte, aber dennoch auf seine kantige Art liebenswürdige Keon, den ein riesiges Geheimnis zu umgeben scheint; der charmante Erzdämon Conan, der genau der Typ Mann mit dem Aufdruck „Ärger“ auf der Stirn ist oder auch Raphael und Gabriel, die so gar nicht so sind, wie man sie erwartet.

Ich habe gelacht, ich habe geweint, ich habe mitgefiebert, ich hab auch gerne auf Schlaf verzichtet. Also alles, was ein Buch für mich mitbringen muss.

Fazit:
Experimente wagen, jungen Schriftstellern und Büchern immer Chancen geben. Dieses Buch war auch endgültig der Grund, warum ich eBooks immer mehr Platz einräume. Ohne meinen Kindle wäre ich nie auf die Idee gekommen dieses Buch zu lesen und ich hätte wirklich etwas verpasst.



Fans von Romantasy und Young Adult Fantasy.
Menschen, die sich mit anderen chaotischen, teilzeitverwirrten, tollpatschigen und mit Sarkasmus um sich werfenden Menschen identifizieren können.

 


Print

Verlag: Sternensand Verlag, 2017

ISBN: 978-3-906-82956-2

Preis: 16,95 €

eBook

Ich habe die kindle Edition gelesen, gekauft auf amazon, 2014.

Preis: 3,99 €

 

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