Bücher

Felicitas Brandt – Als die Bücher flüstern lernten

Band 1 der Geschichtenspringer-Serie


„Den Raum zu betreten fühlte sich ein bisschen an wie nach Hause kommen, obwohl ich noch nie zuvor hier gewesen war. Der Geruch der Bücher war allgegenwärtig. Schweres altes Papier und dicke Bände. Die Regale zogen sich durch den ganzen Raum, bildeten Gänge und Winkel. […] Ich spürte, wie meine Mundwinkel nach oben zuckten und ein Lächeln bildeten. Meine Finger glitten über die Buchrücken und das Wispern kroch über meine Nägel bis in meine Arme hinein, wanderte zu meinem Herzen."

Hope ist 15 Jahre alt als ihre Ersatzmutter Eleonor starb. An ihre Eltern kann sie sich nicht mehr erinnern und Eleonors Sohn hasst sie. So wird sie von ihm sofort vor die Tür gesetzt, darf keine ihrer Habseligkeiten mitnehmen und landet nach einer Auseinandersetzung mit ihm sofort bei der Polizei und danach im Heim.

Sam ist 18 Jahre alt, mit seinen Eltern zusammen auf der Suche nach interessanten Sammelgegenständen aus Nachlässen und musste mit ansehen, wie die trauernde Hope mitgenommen und schlecht behandelt wurde.

Zwei Jahre später, in England, werden sich ihre Wege wieder kreuzen. Hope lebt inzwischen auf der Straße, da sie aus dem Heim, in das sie gebracht wurde, abgehauen ist. Die einzigen Freunde, die sie hat, sind ihre Bücher. Als sie den Jungen von damals wieder erkennt, ahnt sie, dass Eleonors Bücher bei dieser Familie sind. Ihre Ersatzmutter hatte sie ihr damals versprochen und jetzt will sie sich diese wieder holen. Also geht sie auf Bücherraubstreifzüge im Anwesen der Winterbuttoms. Leider hat sie die Rechnung ohne Sam gemacht, der sie bald dabei erwischt. Sam, bekennender Filmnerd, erkennt das Mädchen, das da vor ihm weglaufen wollte, sofort wieder. Daher hat er nicht vor, sie zu verraten, auch wenn Hope ihm das nicht glauben möchte. Doch ihr Wiedersehen läuft anders als sich beide hätten vorstellen können…denn urplötzlich fängt ein Buch an wie verrückt zu leuchten und sie werden durch die Seiten hinein gezogen. Als sie aufwachen, sind sie nicht mehr in der Bibliothek der Winterbuttoms – doch wo in aller Welt sind sie überhaupt gelandet?


In Band 1 der Geschichtenspringer-Reihe lernen wir Sam und Hope kennen.

Der Titel und das Cover des Buches sind wunderschön und waren für mich der Grund, warum ich nicht an dem Buch vorbeigehen konnte.

Die beiden Hauptfiguren sind sehr sympathisch, auch wenn ich Hopes Handeln manchmal nicht ganz nachvollziehen kann. Das tat aber der Geschichte keinen Abbruch, nachdem ich mich einmal an Hopes Gedankengänge gewöhnt hatte. Sam dagegen mochte ich sofort, besonders seine Filmleidenschaft, die immer wieder durchkommt und seine Sätze prägt.

Doch diesmal sind es ausnahmsweise nicht die Figuren, die mich am meisten fasziniert haben. Es war die Geschichte und die Orte, an die man mitgenommen wird. Felicitas Brandt nimmt den Leser an die Hand und verwebt ihre Worte mit anderen Geschichten. Geschichten, die die meisten Leser kennen und lieben werden. Dieser Roman ist eine Liebeserklärung an die Welt der Bücher, an die Fluchtmöglichkeiten, die sie uns aus der Realität bieten und die Bilder, die sie in unserem Kopf erschaffen. Die Gefühle, die dadurch hervorgerufen werden, waren der Grund, dass ich dieses Buch dann doch ziemlich schnell weglesen konnte. Es ist abenteuerreich, spannend, manchmal zum lachen, oft tiefgründig und ein bisschen ernst.

Der zweite Band landete daher gleich auf meiner Wunschliste.



Buchliebhaber, die über die Liebe zu Büchern lesen wollen.


Verlag: carlsen impress, 2017

ISBN: 978-3-5513-0087-4

Preis: 12,99 €

Softcover, auch als eBook erhältlich

zur Leseprobe

Felicias Brandt begann während ihres Abiturs Geschichten zu schreiben, da sie noch nie die Finger von Büchern lassen konnte. Sie will die Menschen bewegen und ihre eigene Liebe zu den Büchern weitergeben.

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