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Sarah J. Maas – Das Reich der sieben Höfe: Dornen und Rosen

Teil 1 der Reihe „Das Reich der sieben Höfe“


"Jedes Mal, wenn ich den Horizont betrachtete oder mir überlegte, ob ich nicht einfach auf und davon marschieren sollte, ohne jemals zurückzublicken, hörte ich das Versprechen, das ich ihr vor elf Jahren gegeben hatte, als sie auf ihrem Sterbelager dahinsiechte. Bleibt zusammen und pass auf sie auf. Ich hatte es versprochen. Ich war zu jung gewesen, um sie zu fragen, warum sie nicht meine älteren Schwestern oder meinen Vater darum bat. Ich schwor es und dann starb sie, und in unserer elenden Menschenwelt [...] war ein Versprechen Gesetz."

Feyres Leben war auch schon mal besser. Als jüngste Tochter eines Kaufmanns sollte sie eigentlich nicht dafür zuständig sein, dass ihre Familie etwas zu essen auf dem Tisch und Sachen zum Anziehen hat. Doch leider bleibt ihr nichts anderes übrig. Ihr Vater ist ein ehemals sehr erfolgreicher Geschäftsmann, doch durch einen Fehler verlor er sein gesamtes Vermögen und damit auch sein Haus und sein Ansehen. Zu allem Übel wurde er von den Gläubigern nicht nur seines Geldes sondern auch seiner Gesundheit beraubt und ist nun ein gebrochener Mann. Ihre Mutter ist tot und ihre Schwestern Nesta und Elain lieben nur sich selbst und verachten Feyre. Dennoch kümmert sie sich um ihre Familie, da sie dies ihrer Mutter am Sterbebett versprach.

So findet sich Feyre an einem weiteren harten Wintertag im Wald wieder. Ihre Familie hat nichts mehr zu essen, also muss sie alles daran setzen, etwas aufzutreiben. Als sie Wild vor ihren Bogen bekommt, handelt sie, denn ein riesiger Wolf will ihr das so sehr benötigte Fleisch streitig machen. Daher erlegt sie auch das Raubtier, selbst mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es ein Fae sein könnte. Eines jener grausamen Wesen, die jenseits der Mauer im Reich Prythian leben und die Menschen lange Zeit als Sklaven gehalten haben. Einen Fae zu töten, könnte schlimme Folgen nach sich ziehen. Doch Feyre denkt nur an das Wohl ihrer Familie – das Fleisch, die Felle und das Geld, was sie damit auf dem Markt bekommen könnte.

Am nächsten Tag taucht ein Ungeheuer in der kleinen Hütte auf und fordert Feyres Leben für das des ermordeten Wolfes. Feyre hat die Wahl – entweder sie stirbt und lässt ihre Familie damit sterben oder sie begleitet den Fae in seine Heimat und er sorgt für ihre Angehörigen. Feyre bleibt nichts anderes übrig und sie lässt sich auf den Handel ein.

Tamlin, so der Name des vermeintlich primitiven Ungeheuers, verschleppt sie auf ein wunderschönes Anwesen. Wie sich heraus stellt, ist im Reich der Fae vielleicht doch nicht alles so, wie die Menschen es sich erzählen. Tamlin stellt sich als wunderschöner Mann heraus, der Feyre ziemlich viele Freiheiten lässt. Einzige Bedingung, die der unnahbare Schönling stellt – sie solle im Reich der Fae bleiben, kann sich aber ohne Weiteres auch von ihm trennen. Er bietet ihr aber seinen Schutz, ein Dach über dem Kopf, Kleidung und Nahrung an, wenn sie sich dazu entschließt auf seinem Anwesen zu bleiben. Doch irgendwas ist seltsam. Das Anwesen ist riesig und sehr prachtvoll, doch scheint ein seltsamer Schatten das Leben aller Bewohner zu verdunkeln.

Feyre ist verwirrt. Wer ist Tamlin wirklich? Warum hält er sie nicht wie eine Gefangene? Und was geht im Reich der Fae vor sich?

Bald ist Feyre viel weiter in die Geschichte der Fae eingetaucht als sie es je wollte. Und auch ihre Gefühle scheinen sich zu verselbstständigen. Anders kann sie es sich nicht erklären, dass ihr Tamlins Unnahbarkeit langsam aber sicher etwas ausmacht…


Am Reich der sieben Höfe und Sarah J. Maas kommt man auf Bookstagram und Booktube irgendwie nicht mehr vorbei. Da ich Fantasyromanen im Allgemeinen ja relativ viel abgewinnen kann, dachte ich mir, dass ich mich mal anstecken lasse und hab mir den ersten Band nach langem Überlegen auf der Leipziger Buchmesse gekauft.

Das schön gestaltete Cover und die interessante Lösung mit dem transparenten, bedruckten Schutzumschlag hat mich fasziniert. Ich weiß, dass viele die Cover der englischen Ausgaben schöner finden. Ich persönlich kann dem nicht zustimmen und finde die Variante, die dtv hier gewählt hat, um ein Vielfaches ansprechender.

Zur Geschichte an sich kann ich nur so viel sagen, dass ich froh bin, dass ich so gut wie nie Bücher abbreche und allen Erzählungen eine Chance gebe. Wäre dies nicht so gewesen, hätte ich wohl nach 200 Seiten gesagt „ach nö, das ist langweilig und so gar nicht meins.“ Am Schreibstil liegt es nicht, denn der ist wirklich gut, aber die Geschichte plätschert bis zum letzten Drittel des Buches einfach nur so vor sich hin und es passiert gefühlt kaum etwas. Doch ich wollte wissen, wie der erste Band ausgeht, daher habe ich mich festgebissen. Zum Ende hin wurde es wirklich spannend und die Geschichte nahm an Fahrt auf. Endlich passierte etwas, neue Figuren kamen hinzu und es wurde nach und nach aufgedeckt, womit wir es hier zu tun haben. Allein aufgrund der letzten Seiten werde ich wohl auch die Folgebände lesen. Ich bin aber momentan noch nicht so angefixt, dass ich sofort in die Buchhandlung rennen muss.

Die Figuren an sich sind gut ausgearbeitet und gewinnen im Laufe der Geschichte wirklich an Tiefe. Am Anfang erscheinen sie eindimensional und nicht sehr überzeugend. Dies gibt sich aber mit der Zeit und neue Aspekte der Persönlichkeit kommen hinzu.
Feyre ist eine etwas gewöhnungsbedürftige Hauptfigur, mit der ich erstmal warm werden musste. Sie hat sich selbst von ihrer Familie abgekapselt und ich hatte beim Lesen das Gefühl, als könne ich ihre Persönlichkeit nicht richtig greifen.
Feyres Familie ist so eine Sache für sich. Sowohl der Vater als auch die Schwestern, ebenso wie die übrigen Dorfbewohner, sind ziemlich unsympathisch und ich kann ihnen nicht viel abgewinnen.
Tamlin dagegen war ein interessanter Charakter, der mich beim Lesen faszinieren konnte, ebenso wie die meisten Bewohner des Anwesens.
Im späteren Verlauf der Geschichte kommen dann die Figuren hinzu, die den Leser wirklich in den Bann ziehen können. Diese müsst ihr leider selbst kennen lernen, ich möchte schließlich nicht spoilern.

Sehr gut gefallen hat mir das Drumherum – die Geschichte der Fae, die Vergangenheit der Völker und auch die politischen Aspekte.

Ich war froh zu wissen, dass es noch die Fortsetzungen gibt, denn so konnte ich mir auch denken, dass die Geschichte nicht grundlos so aufgebaut ist. Bisher erschließt sich mir der Hype um die Reihe noch nicht so richtig. Vielleicht ändert sich das mit dem zweiten Band.



Fantasy-Liebhaber, die sich an einem Buch wirklich festbeißen können.


Verlag: dtv, 2017

ISBN: 978-3-423-76163-5

Preis: 19,95 €

Hardcover mit Schutzumschlag

zur Leseprobe

Sarah J. Maas lebt mit Mann und Hund in Pennsylvania. Ihre Reihe „Throne of Glass“ bescherte ihr weltweite Aufmerksamkeit. Ihre Erfolgsgeschichte fing mit einem Entwurf zu dieser Reihe in einem Online-Forum für Autoren an und wurde schnell zu einem Phänomen. Inzwischen verfügt Maas auch in Deutschland über eine große Fangemeinde. Das Reich der sieben Höfe soll in den nächsten Jahren verfilmt werden.


Das Reich der sieben Höfe:

1. Dornen und Rosen
2. Flammen und Finsternis
3. Sterne und Schwerter
Vierter Band in Planung

 

(dieser Link führt zu YouTube)

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