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Nina MacKay – Teenie Voodoo Queen

"Die Deckenleuchten waren ausgeschaltet und auch das Betätigen des Lichtschalters ließ sie nicht zum Leben erwachen. Ganz eindeutig war hier etwas faul. Aber egal. 
Schließlich war ich eine (halbwegs) fähige Voodoohexe und die Schatten sollten sich besser vor mir fürchten. Energisch reckte ich das Kinn. So ein bisschen Dunkelheit konnte mir nichts anhaben."

Dawn Decent ist eine Hexe. Genauer gesagt eine junge, rothaarige Voodoo-Hexe in New Orleans. Sie geht tagsüber ganz normal zur Schule und abends in die Voodoo Night School. Nur leider gibt es da zwei klitzekleine Probleme in ihrem Leben – sie ist weder beliebt noch sonderlich talentiert. Genauer gesagt ist sie die untalentierteste Hexe der ganzen Welt. Jeder ihrer Zaubersprüche geht schief, denn sie produziert bei allem nur Frösche und Zuckerrüben.

Doch Dawn hat sich so langsam damit abgefunden. Immerhin hat sie ja Shannon, ihre beste Freundin, und Perry, ihren Kater. Eigentlich auch noch ihre Tante Melinda, doch die ist grad mal wieder auf einer Mission um schwarzmagische Hexen dingfest zu machen. Mehr zum Leben braucht sie auch nicht und sie fühlt sich in ihrer Hütte im Sumpf zwar etwas einsam, aber es könnte schlimmeres geben.

Aber irgendwie war Dawn klar, dass sie bei ihrem Glück nicht lange in Ruhe vor sich hin leben wird. Die oberste Voodoo-Hexe der Stadt sieht in einer Vision eine Naturkatastrophe, die New Orleans und die Menschen auslöschen wird. Die Hexen müssen eingreifen.

Die Junghexe muss sich daher nicht nur mit gottähnlichen Geistwesen, den Loas, und Intrigen innerhalb der Gemeinschaft auseinandersetzen, zu allem Überfluss hat sie einen Ex-Alligator am Rockzipfel hängen. Der ist nicht nur süchtig nach Schokolade und geht ihr tierisch auf die Nerven, Jax ist zu allem Überfluss auch noch wirklich gutaussehend. Als wäre das noch nicht genug, bekommt sie auch noch den momentan sterblichen Loa Lin an die Seite gestellt. Ihre Mitschülerinnen beider Schulen würden wohl so ziemlich alles tun, um mit ihr zu tauschen und beneiden Dawn um die Gesellschaft der beiden jungen Männer. Und um ehrlich zu sein, würde Dawn dem Tauschhandel zustimmen, denn die zwei verwirren sie heillos. Dabei muss sie sich doch darauf konzentrieren, die menschliche Quelle der schwarzmagischen Ausbrüche in der Stadt aufzuspüren und eine Naturkatastrophe abzuwenden.


Warum falle ich eigentlich immer auf Nina MacKay rein? Warum glaube ich immer, dass ich ein lustiges, lockeres Geschichtchen von ihr bekomme?

Hier war es wohl der lustige Klappentext, der tolle Titel und das süße, irgendwie erstmal nicht passende Cover. Denn bei Voodoo denke ich jetzt nicht unbedingt an helle, pastellige Farben und hübsche Blumen. Erst beim Lesen habe ich mitbekommen, wie gut dieses Cover einfach gemacht ist und wie es zur Geschichte passt.

Um ehrlich zu sein, hab ich ziemlich lange gebraucht, um diese Rezension verfassen zu können. Erst hatte ich einen ziemlich Bookhangover und dann fehlten mir immer noch die Worte. „Teenie Voodoo Queen“ hat mich sprachlos und mit gebrochenem Herzen zurückgelassen.

Dawn ist die meiste Zeit eine relativ sympathische Protagonistin. Sie ist ein ziemlich typischer Teenager mit vielen Problemen. Sie ist unsicher, hat enorm viele Stimmungsschwankungen und traut sich selbst kaum – kurz, sie steckt mitten in der Pubertät. Das macht sie als Hauptfigur manchmal etwas schwierig, aber dadurch auch sehr glaubwürdig und menschlich.
Lin ist mir persönlich die meiste Zeit zu undurchsichtig und ich komme nicht dahinter, wie er Entscheidungen trifft und warum er sich wie entwickelt. Das hat vielleicht etwas damit zu tun, dass er eigentlich ein unsterbliches Geistwesen ist und sich in der Menschenwelt nicht wirklich zurecht findet.
Jax ist in vielem das komplette Gegenteil von Lin. Er ist die meiste Zeit ziemlich arrogant und eine Nervensäge, aber dennoch eine starke Persönlichkeit. Ich mag ihn wirklich und seine Schwäche für Minzschokolade kann ich gut nachempfinden.

Die Geschichte hatte mich schnell in ihren Bann gezogen. Nina MacKay stellt die Highschool-Probleme einer Außenseiterin relativ glaubwürdig dar, auch wenn manche der Aktionen ihrer Mitschüler ziemlich krass waren. Die Idee der Abendschule für Voodoo Hexen hat mir gut gefallen und passte sich stimmig in das Gesamtgefüge ein. Die Geschichte an sich folgt einem wunderbar roten Faden, der selten mal irgendwelche Kurven macht, um sich dann gefühlt zu einem riesigen Wollknäuel zu verheddern. Ich wurde sehr oft überrascht und wusste zum Schluss selbst nicht mehr, was ich glauben sollte.

Nina MacKay hat es mit „Teenie Voodoo Queen“ wieder geschafft mich von ihrem Schreibstil, ihren Geschichten und den Figuren darin zu überzeugen. Sie lässt mich mitfiebern, mitlachen und mitleiden.


Liebhaber humorvoller und spannender Romantasy.


Verlag: piper ivi

Erscheinungsdatum: 01.03.2018

ISBN: 978-3-492-70475-5

Preis: 15,00 €

Softcover, 448 Seiten

Genre: Urban Fantasy, Romantasy

zur Leseprobe 

Nina MacKay ist im wahren Leben Marketing Managerin und hat eine ausgeprägte Schwäche für Kaffee. Ihr größtes Hobby ist das Schreiben. Beim Piper Verlag hat sie außerdem „Plötzlich Banshee“ veröffentlicht.