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Maya Shepherd – Der Tanz der verlorenen Seelen

Band 6 der Grimm-Chroniken.

Die Grimm-Chroniken sind eine monatlich erscheinende Reihe.
Der im folgenden vorgestellte Band erscheint am 5. Oktober 2018  – Vorbestellungen sind schon möglich.

ACHTUNG!
Diese Rezension kann Spuren von Spoilern enthalten!


"Ich glaube nicht an Gerechtigkeit.
Wir tun das, was wir tun müssen.
Nichts davon hat etwas damit zu tun, ob es gut oder böse ist. 
Das Böse ist Ansichtssache."

In der heutigen Zeit.
Maggy und Joe müssen schweren Herzens Schloß Drachenburg den Rücken kehren und kehren nach Berlin zurück. Ohne Will. Sie versuchen Hilfe von Ludwig, Wills Vater, zu erbitten, doch in der Klinik angekommen, erhalten sie eine schreckliche Nachricht…

In früherer Zeit.
Mary und Dorian sind immer noch auf der Suche nach einer besseren Welt. Die Reise wird immer beschwerlicher und Mary beginnt zu zweifeln…besonders als sie das Dorians wohl gehütetes Geheimnis erfährt.

Irgendwann zwischen den beiden Zeitebenen.
Margery lebt wie eine Gefangene im Schloß in Engelland. Ihre Mutter hat sich verändert und scheint das reine Böse in sich zu tragen. Ihr Vater kann ihr nicht helfen, da er einen scheinbar aussichtsbaren Krieg gegen Margerys Großvater führt. Der einzige Lichtblick ist ihre neue Kammerzofe Ember. Doch diese scheint etwas vor ihr zu verbergen…


Nach dem fünften Band, „Der goldene Apfel“, der bedeutend ruhiger als seine Vorgänger war, hat Maya Shepherd im sechsten Band alle Register gezogen.

Das Cover ist gewohnt stimmig, passt zur Reihe und spiegelt Elemente des Inhaltes wieder. Es ist immer wieder eine Freude zu sehen, wie gut hier alles zusammenpasst.

Maya Shepherds Schreibstil hat sich auch diesmal weiterentwickelt und ist wortgewaltig, bildlich und sehr atmosphärisch. Die Stimmung dieses Bandes hat sich verändert und er wirkt dadurch erwachsener als seine Vorgänger. Ich finde das sehr sympathisch.

Die Geschichte ist sehr temporeich, voller unerwarteter Wendungen – ich saß teilweise wirklich kopfschüttelnd und komplett erstaunt vor dem Buch – und sehr kurzweilig. Am liebsten hätte ich gleich weitergelesen, denn das Ende traf mich diesmal irgendwie unvorbereitet.

Mary, von der wir in diesem Band sehr viel erfahren, ist ein vielschichtiger Charakter, dessen Facetten so unterschiedlich sind, dass sie ein bisschen wie der Blick durch ein Kaleidoskop wirkt. Einige ihrer Handlungen sind für mich noch nicht ganz nachvollziehbar, ich hoffe, dass sich das mit den Folgebänden geben wird, obwohl endlich ein zentraler Teil der Vergangenheit Marys aufgedeckt wird – Dorians Geheimnis. Es ist schon ziemlich schwer mich zu überraschen und damit habe ich wahrlich nicht gerechnet.

Margery wirkt leider neben ihrer Mutter noch ein bisschen blass, obwohl ich ihr Bild in diesem Band schon ein bisschen klarer zeichnen konnte. Ihre Entwicklung interessiert mich sehr, denn ich hoffe, dass sie eine ebenso spannende Persönlichkeit entfaltet.

Will dagegen habe ich in dieser Folge doch irgendwie vermisst. Er ist zwar immer da, aber gefühlt dann auch nicht. Vermutlich wird sich das aber auch wieder ändern, denn Maya Shepherd lässt ja keinen Stein auf dem anderen.

Das düstere Gewand, das die Grimm-Chroniken angelegt haben, steht ihnen erstaunlich gut. Auch die Einflechtung weiterer, sehr bekannter Märchen ist mehr als gelungen und lässt mich erwartungsvoll dem Folgeband entgegensehen.


Verlag: Sternensand

Erscheinungsdatum: 05.10.2018

ISBN: 978-3-9068-2994-4

Preis: 8,95 €

Taschenbuch, 152 Seiten

Genre: Fantasy, Märchenadaption

Maya Shepherd, 1988 geboren, lebt im Rheinland mit Mann, Kind und Hund. Seit 2014 ist sie hauptberufliche Autorin und gewann 2015 den Lovely Selfie Award von Blog dein Buch mit ihrem Roman „Märchenhaft erwählt“.


Die Grimm-Chroniken

  1. Die Apfelprinzessin
  2. Asche, Schnee und Blut
  3. Der schlafende Tod
  4. Der Gesang der Sirenen
  5. Der goldene Apfel

 

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