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Torsten Fink – Die Runenmeisterin

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„Die Runenmeisterin“ wurde mir von der Netzwerk Agentur Bookmark und dem Thienemann Esslinger Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank hierfür!
Meine Meinung wurde hiervon nicht beeinflusst.


„Wir sind Findelkinder, Herrin. Und in Halmat sagt man, dass die von Raben gebracht werden.“


Die Zwillinge Ayrin und Baren sind Rabenkinder, Waisen, deren Herkunft unbekannt ist. Sie sind aufgewachsen bei einer der älteren Damen im Dorf und arbeiten beim örtlichen Wirt, der sie wie Leibeigene behandelt.

Sie leben in einer Welt, in der Magie herrscht, aber sie immer weiter in Vergessenheit gerät. Auch der dunkle Hexenmeister ist inzwischen fast eine Legende. Doch seit kurzer Zeit häufen sich in der Umgebung seltsame Vorfälle.

Das Dorf und die Zwillinge erwarten daher voller Spannung die Ankunft des alten Runenmeisters Maberic. Der Runenkundige fährt durch die Lande und verkauft seine Schutzrunen für Dörfer, Vieh und Bewohner. Durch die Verkettung seltsamer Umstände gehen Ayrin und Baren mit ihm zusammen fort, als er schließlich das Dorf wieder verlässt.

Auf dieser Reise durch das Land wandeln sie auf dem Wissen der Runen, den Spuren alter Magie und denen der Drachen. Doch nicht nur das, sie kommen auch dem Geheimnis um Ayrins und Barens Herkunft immer näher…


Das Cover. 

Ein anziehendes Cover, das mich vom ersten Moment an für das Buch eingenommen hat.
Den Mittelpunkt bildet die Komposition aus Autorenname, Titel und dem nordischen Symbol Vegvisir, das den Weg zeigende oder auch der Winkingerkompass. Der Vegvisir spielt in der nordischen Mythologie eine bekannte Rolle. Der Kompass symbolisiert, dass der Träger niemals verloren gehen wird, egal wie schlimm der Sturm oder das Wetter ist und er immer an sein Ziel kommt, auch wenn er den Weg dahin gar nicht kennt. Die Bedeutung an sich finde ich schon wundervoll und in Verbindung mit dem Buch passt es sehr gut zusammen.
Die Farbgestaltung erinnert mich an die nordischen Länder und auch an Geheimnisse und Magie. Ebenso passt die Figur sehr gut dazu. Dieses Cover gefällt mir einfach wahnsinnig gut.

Der Stil. 

Der Schreibstil von Tobias Fink ist in erster Linie unaufgeregt. An manchen Stellen plätschert die Geschichte dadurch einfach vor sich hin, wie ein Bach in der Landschaft. Es ist sehr ruhig, beschreibend und manchmal sehr detailliert. In diesen Momenten ufert es manchmal ein bisschen aus, mir hat das aber recht wenig ausgemacht, da es zur Geschichte und der Atmosphäre passt. Der Stil ist zurückhaltend und lässt Raum für die Figuren und das Drumherum. Sie können sich ungestört entfalten und man fühlt sich so, als würden sie ihr eigenes Leben führen.

Die Charaktere. 

Ayrin
Eine junge Schankmagd und ein Waisenkind. Sie liebt ihren Zwillingsbruder Baren, auch wenn dieser sie oft genug auf die Palme bringt. Sie ist wissbegierig, stark und strebt nach Unabhängigkeit. Sie leidet unter ihrer fehlenden Bildung und will mehr als nur das Dorf sehen.

Baren
Ayrins Zwillingsbruder, muss ebenfalls im Wirtshaus arbeiten. Zwischen den Geschwistern herrscht eine starke Verbundenheit, auch wenn Baren das weniger zugeben möchte. Er gibt sich nach außen hin sehr stark, ist aber auf der Suche nach dem Sinn seines Lebens. Er ist eher technisch begabt, und auch wenn er manchmal sehr faul ist, fällt er in vielen Momenten durch seinen Einfallsreichtum auf.

Maberic
Der alte Runenmeister. Er ist inzwischen so etwas wie ein fahrender Händler, der seine Fertigkeiten gegen Bezahlung anbietet und dadurch die Dörfer mit Schutzrunen versorgt. Er ist recht alt, weise und ein Einzelgänger. Er ist distanziert und ziemlich grantelig auf den ersten Blick.

Interessant finde ich im Allgemeinen noch die Chemie zwischen den Dorfbewohnern und die Darstellung des Lebens dort. Die Dynamik hat etwas ganz eigenes und man merkt einen Zusammenhalt, auch wenn zwischen den Bewohnern Konflikte schwelen.

Das Setting.

Die Welt, in der wir uns befinden mutet wie eine Kombination aus mittelalterlichen Komponenten und nordischem Beiwerk an. Es erinnert an die Übergangszeit zwischen den alten Göttern und dem Christentum. Die Menschen wissen um den alten Glauben, um die Magie und die legendären Lebewesen, aber sie haben es so lange als selbstverständlich angesehen und keine Beweise mehr gesehen, dass sie anfangen ihren Glauben zu verlieren und sich von den neuen aufsteigenden Religionen beeinflussen lassen. Ähnlich verhält es sich im Übrigen mit dem Rollenverständnis in dieser Welt und Zeit. Die Frauen spielen eine untergeordnete Rolle und man merkt, dass sie das nicht mehr wollen und sich etwas dagegen aufzulehnen versuchen. Ein bisschen konträr läuft es aber, dass sie die alten Frauen doch gut behandeln und ansehen, auch wenn sie alleinstehend sind. Eine interessante Welt, die voller spannender Aspekte steckt, die man gerne entdeckt.

Die Geschichte.

Am Anfang verläuft die Geschichte recht geradlinig und gerade hier ist sie manchmal leider etwas vorhersehbar. Zum Glück macht Torsten Fink das an anderen Stellen wieder wett.

Die Geschichte und die Welt muten historisch an, verwebt mit einer großen Portion Phantastik. Alles ist sehr schlüssig und logisch aufgebaut, aber doch ohne seinen Zauber zu verlieren. Die Runen fügen sich nahtlos in die Welt ein und das ganze Wissen drumherum fühlt sich vollkommen natürlich an.

„Die Runenmeisterin“ ist ein Auftaktband, der selbst Potenzial hat, aber noch viel Luft und Entfaltungsspielraum für den Folgeband lässt. Die Geschichte ist dicht und fühlt sich für mich als Leser an, wie eine Decke, in die man sich einwickeln kann.

Das Fazit.

Ein wirklich phantastischer Jugendfantasyroman, der durch sein Setting, den Weltenbau und die Idee dahinter besticht und einfach Lust am Lesen bereitet.


(Werbung, Rezensionsexemplar)

Verlag: Thienemann Esslinger

Erscheinungsdatum: 11.02.2019

ISBN: 978-3-522-20256-5

Preis: 17,00€

Hardcover mit Schutzumschlag, 448 Seiten

weitere Formate: eBook

Genre: Jugendfantasy ab 13 Jahren

Torsten Fink wurde im Jahr 1965 geboren und an der Nordseeküste und im Nahetal aufgewachsen. Er  arbeitete bisher als Texter, Journalist und literarischer Kabarettist. Heute lebt er in der Domstadt Mainz und schreibt dort an neuen Geschichten.

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