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Felicity Green – Der Teufel im Leibe

Band 2 der Highland-Hexen-Krimis

Eventuelle Spoiler zu Band 1. Die Geschichten sind jeweils in sich abgeschlossen, dennoch tauchen Figuren aus den anderen Teilen der Reihe auf.


"Zu sagen, dass sie einen grünen Daumen hatte, wäre untertrieben. Gut mit Pflanzen umgehen zu können, war ihre besondere Gabe und sie konnte wahre Wunder mit Kräutern vollbringen. Buchstäblich wahre Wunder."

Penny Reid ist nicht gerade das, was man beliebt nennt. Trotz ihres wunderschönen Äußerem und ihrem Erfolg beim männlichen Geschlecht hat sie keine Freunde. Auch zu ihrem Bruder, dem Polizeiinspektor Declan, hat sie ein eher schwieriges Verhältnis.

So stolz Penny aber auch auf ihre Unabhängigkeit sein mag, für die Frauen des örtlichen Hexenzirkels in der schottischen Kleinstadt Tarbet würde selbst sie eine Ausnahme machen. Doch auch diese nennen die schöne Frau skrupellos und kalt. Sie verurteilen sie, da sie ihre Kräfte zu ihrem eigenen Vorteil nutzt und Geschäfte damit macht. Denn Penny ist eine Kräuterhexe. Sie stellt alle möglichen Tinkturen, Seifen, Tränke und Cremes her und verkauft sie an Menschen mit diversen Problemchen. Am beliebtesten sind ihre Liebestränke und Schönheitsmittelchen, die sie auch selbst anwendet.

Eines Tages, nachdem Penny auf einem Markt in der Nähe ihre Waren verkauft hat, findet sie in ihrem Rosengarten ein exotisch aussehendes, hochschwangeres Mädchen. Es ist komplett verängstigt und will noch nicht einmal ihren Namen verraten. Penny spürt instinktiv, dass die junge Frau ihre Hilfe braucht. Kurzerhand nimmt sie sie bei sich auf und tauft sie auf den Namen Faye. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto dringender will Penny Fayes Geheimnis ergründen. Das Mädchen scheint vor irgendetwas auf der Flucht zu sein, ihre Angst bringt Penny dazu ungeahnte Mittel zu ergreifen und ihre Gaben uneigennützig zur Verfügung zu stellen. Doch kann sich Penny auf ihre Instinkte verlassen? Oder ist das Geheimnis, das Faye mit sich herum trägt, gefährlicher als angenommen?


Das Cover des zweiten Bandes der Highland-Hexen-Krimis ist wieder passend zum Inhalt des Buches gehalten. Diesmal in einem schönen Grünton daher kommend, symbolisch für den grünen Daumen einer Kräuterhexe. Auch die Abbildungen stellen wieder allerlei Sachen dar, denen man im Buch begegnet. Ich mag die Covergestaltung dieser Reihe wirklich gern, sie ist nicht überladen, dafür harmonisch und stimmig.

Der Leser kennt sich nach dem ersten Band ja nun schon ein bisschen in Tarbet, den schottischen Highlands und der örtlichen Hexengemeinde aus. Insofern wird man ziemlich schnell in die Geschichte geworfen, dennoch denke ich, dass nicht unbedingt Kenntnisse aus dem ersten Band benötigt werden. Wer also mit diesem einsteigen will, kann das tun. Man trifft dennoch auf Figuren aus dem Vorgängerteil und erfährt am Rande etwas von ihrem Leben.

Penny Reid ist eine etwas schwierige Protagonistin. Sie ist eitel, skrupellos, egoistisch und oft auch ziemlich rechthaberisch. Daran muss man sich erstmal gewöhnen. Dennoch mochte ich Penny mit ihrer ausgeprägten Persönlichkeit, den Ecken und Kanten, lieber, als die ruhige und zurückhaltende Andie aus dem ersten Band. Daher flogen die Seiten und die Geschichte von Penny und Faye nur so an mir vorbei.

Die Story an sich ist wieder sehr entspannt und leicht zu lesen. Für meinen Geschmack war der Krimi-Anteil wieder etwas zu einfach, aber das empfand ich wirklich nicht als tragisch, da das hohe Auftreten von magischen Situationen mich hinreichend entschädigt hat. Die Begabung einer Kräuterhexe und die Beschreibung dieser waren sehr interessant beschrieben.

„Der Teufel im Leibe“ hat mich gut unterhalten und hält wunderbar die Balance zwischen Aufregung und Entspannung für einen warmen Sommerabend.


Fans von leichten Krimis, die mit Frauenpower und Magie daherkommen.


Verlag: Books on Demand

Erscheinungsdatum: 12.07.2017

ISBN: 978-3-7412-7059-8

Preis: 10,99 €

Paperback, 328 Seiten

zur Leseprobe

Nach dem Abitur ging Felicity Green nach England und studierte Literatur und Schauspiel in Canterbury. Nach diversen Rollen in weniger bekannten Filmen und auf der Theaterbühne, schrieb Green ihre eigenen Stücke. Damit hatte sie die Schreibwut gepackt und gab die Schauspielkarriere auf. Sie studierte kreatives Schreiben, war Mit-Herausgeberin einer Zeitschrift und gewann Preise für ihre Kurzgeschichten. Die Liebe trieb sie wieder nach Deutschland zurück und sie lebt jetzt als freie Autorin und Übersetzerin an der schweizerischen Grenze. Sie schreibt ihre Geschichten vorrangig für junge Erwachsene.

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