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John Bellairs – Das Haus der geheimnisvollen Uhren

Entdecke einen zeitlosen Ort.

Das Buch zum Film mit Jack Black.


„Natürlich hatte Lewis vorher schon einiges über Onkel Jonathan gehört, zum Beispiel, dass er rauchte und trank und Poker spielte. Das waren zwar für eine katholische Familie nicht unbedingt Todsünden, aber Lewis hatte zwei ältere, allein lebende Tanten, die Baptistinnen waren, und  die hatten ihn vor Jonathan gewarnt.“


Der 10jährige Lewis Barnavelt ist nach dem Ableben seiner Eltern zum Waisenkind geworden. Damit er nicht in ein Pflegeheim muss, zieht er zu seinem Onkel Jonathan. Diesen hat er noch nie gesehen, nur von ihm gehört. Er soll sehr unkonventionell und so gar nicht katholisch sein. Lewis selbst ist sich noch nicht sicher, ob er sich auf seinen Onkel freut oder nicht. Aber sicher ist er sich so gut wie nie in seinem Leben, denn als Außenseiter hatte er es nie einfach.

Bei seinem Onkel angekommen, muss er feststellen, dass dieser noch viel schräger ist, als er annahm. Das alte Haus, in dem Onkel Jonathan wohnt, ist voller Uhren. Uhren, die unaufhörlich und immer ticken. Außerdem ist das Haus riesengroß und scheint voller Geheimnisse zu sein. Als Lewis erfährt, dass hinter den Wänden eine riesige, magische Uhr sein soll, ist er voller Tatendrang diese zu entdecken. Denn diese mysteriöse Uhr soll von einem bösen Zauberer erbaut worden sein. In der Halloween-Nacht versucht Lewis dann selbst zu zaubern und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die nicht nur ihn in größte Gefahr bringen…


Das Cover. 

Das neue Gewand des Kinderbuchklassikers „Das Geheimnis der Zauberuhr“ ist an die Verfilmung mit Jack Black angelehnt. Wir sehen den kleinen Lewis vor dem alten Haus seines Onkels. Außerdem noch einiges an Halloween-Deko und wunderbar warmen Lichtern. Mir gefällt das Cover sehr, mal abgesehen davon, dass es wirklich gut zum Inhalt passt, mag ich einfach die Stimmung, die hier zum Leser transportiert wird.

Der Stil. 

„Das Haus der geheimnisvollen Uhren“ wurde erstmals in den siebziger Jahren veröffentlicht. Der Stil ist dementsprechend nicht vollkommen modern, aber das macht überhaupt nichts. Dieses Kinderbuch ist irgendwie zeitlos, die Schreibweise kindgerecht, aber dennoch so, dass alle Altersklassen an dem Buch Spaß haben können. Der Stil ist sehr dicht, sehr atmosphärisch und hilft dem Leser, schnell in die Geschichte eintauchen zu können. Durch die leichte Sprache eignet sich das Buch sowohl zum Vorlesen als auch zum selber lesen.

Die Charaktere. 

Lewis Barnavelt.
Unser kleiner Protagonist, ist ein unsicherer Junge, etwas moppelig, etwas unbliebt und dadurch immer der Außenseiter gewesen. Er würde gern einfach mal dazu gehören und versucht dadurch anders zu sein, als er eigentlich ist. Im Laufe der Geschichte kommt immer mehr seiner Persönlichkeit zu Tage und er macht eine wirklich große Entwicklung durch. Nach einem Unfall bei dem seine Eltern tödlich verunglückten ist er Waise und dadurch noch unsicherer als vorher.

Jonathan van Olden Barnavelt
Der Onkel von Lewis und sein neuer Vormund. Er ist groß, beleibt, mit rotem Haar und Bart gesegnet und sehr exzentrisch, wohnt in einem ebenso kuriosen Haus. Jonathan gewinnt seinen Neffen in Rekordzeit sehr lieb und scheint immer mehr zu wissen, als er zugibt. Außerdem scheint er neben seiner wirklich seltsamen Vorliebe für Uhren auch noch ein Geheimnis zu hüten.

Florence Zimmermann
Die Nachbarin von Onkel Jonathan und eine alte Freundin des Exzentrikers. Was daran liegen könnte, dass sie ebenso seltsam ist. Dennoch tritt das in den Hintergrund, da Mrs. Zimmermann großartige Kekse backt und grundsätzlich Kakao auf Lager hat und beides großzügig an Besucher verteilt.

Das Setting.

Barnavelt’s Folly, das alte Haus von Onkel Jonathan, ist ein wunderbar mysteriöser Ort, der mich fasziniert hat. Durch die Beschreibungen hat man das Gefühl, dass man selbst dort ist, das Ticken der Uhren hört, das Knistern der Kamine und den Geruch von Keksen und Kakao in der Nase hat. Einfach wunderbar und es macht Lust darauf mit Lewis durch das Haus zu streifen und dessen Geheimnisse zu ergründen. Das Haus hat einen sehr wichtigen Stellenwert in der Geschichte, die anderen Orte treten etwas in den Hintergrund. Dennoch lernt der Leser zusammen mit Lewis viel von der Stadt New Zebeedee. Die Schule, die Straßen, die Lewis entlang geht, die Nachbarschaft. Ich habe das Gefühl, selbst ein bisschen dabei gewesen zu sein, sehr gemocht.

Die Geschichte.

Die Geschichte an sich nimmt ziemlich schnell Fahrt auf, aber das war bei dem relativ geringen Umfang von etwas über 200 Seiten auch zu erwarten. Lewis selbst ist zwar die Hauptfigur, aber auch Onkel Jonathan und Mrs. Zimmermann nehmen sehr viel Raum ein, etwas, das vielleicht ungewöhnlich erscheint, aber dem Buch wirklich zu Gute kommt. Alles spielt wunderbar zusammen und zaubert richtig schöne Bilder im Kopf. Für ein Kinderbuch ist es relativ erwachsen, aber dennoch kindgerecht. Diese Mischung machte es für mich sehr interessant.
Lewis Abenteuer ist spannend, an manchen Stellen gruselig und immer mysteriös. Man fiebert als Leser mit den Figuren mit und möchte das Geheimnis um die geheimnisvolle Uhr genauso dringend lösen. Ich war schnell mitten in der Geschichte und wollte da auch gar nicht mehr weg.

Das Fazit.

Mysteriös, phantastisch und ein Klassiker – das perfekte Buch für lange Herbst- und Winternächte für die ganze Familie!


Verlag: heyne fliegt

Erscheinungsdatum: 10.09.2018

ISBN: 978-3-453-27193-7

Preis: 9,99 €

Taschenbuch, 224 Seiten

Genre: Kinderbuchklassiker, Fantasy, Mystery

John Bellairs, geboren im Jahr 1938, ist auch nach seinem Tod 1991 ein sehr bekannter, amerikanischer Autor. Besonders seine phantastische Kinderbuchreihe um Lewis Barnavelt trug zu seiner Bekanntheit bei. Die Reihe gehört heute zu den Klassikern, der erste Band erschien in den siebziger Jahren unter dem Titel „Das Geheimnis der Zauberuhr“.


Dieses Buch wurde mir vom heyne Verlag über das Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – vielen Dank hierfür. Meine Rezension wird hiervon nicht beeinflusst.

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