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Maya Shepherd – Das Aschemädchen

Band 7 der Grimm-Chroniken.

Die Grimm-Chroniken sind eine monatlich erscheinende Reihe.
Der im folgenden vorgestellte Band erscheint am 2. November 2018  – Vorbestellungen sind schon möglich.

ACHTUNG!
Diese Rezension enthält Spuren von Spoilern!


„Diese Insel soll Engelland heißen.
Hier zu leben, soll sich anfühlen, als würden Engel über einen wachen.“


In der heutigen Zeit.
Nachdem Maggy und Joe nach Berlin zurück gekehrt sind, müssen sie mit ihrem schlechten Gewissen klar kommen. Sie beide kommen kaum damit klar, dass sie Will zurück gelassen haben. Jeder versucht auf seine Art die Probleme zu bewältigen, bis Joe auf ein wohlgehütetes Geheimnis stößt und Maggy eine folgenschwere Entscheidung trifft…

In früherer Zeit.
Mary und Dorian haben es geschafft – die Erdenmutter hat ihnen eine neue Welt erschaffen. Eine Welt ohne Furcht, ohne Leid und Schmerz. Zumindest war das ihre Hoffnung. Doch die Worte der Erdenmutter überschatten alles und auch Dorians Vater scheint immer mehr an Präsenz zu gewinnen, obwohl er nichts von dieser Welt wissen dürfte. Eines Nachts muss Mary dann jemandem ins Auge blicken, den sie am liebsten nie kennengelernt hätte…

Irgendwann zwischen den beiden Zeitebenen.
Margery und Ember freunden sich immer mehr an, sie unternehmen verbotene Streifzüge durch Engelland und teilen Geheimnisse. Ember stellt Margery sogar eine weitere Verbündete vor – das Mädchen Gretel. Die Kammerzofe ist mysteriöser als sie zugeben möchte. In ihr schlummert ein Feuer, das sich nur schwer zähmen lässt…


Das Cover. 

Das für mich bislang schönste Cover der Reihe. Es ist stimmig und strahlt etwas wunderbares aus. Eine Wärme, die mich allein beim Ansehen erreicht hat. Ich konnte es dadurch kaum erwarten, wieder in die Welt der Grimm-Chroniken einzutauchen.

Der Stil. 

Ich habe es schon bei der letzten Folge feststellen können, dass sich Maya Shepherds Schreibstil über die Zeit verändert hat. Erwachsener, dichter, bildlicher und atmosphärischer.

Die Charaktere. 

In diesem Band werden Figuren in den Mittelpunkt gerückt, die in den anderen Bänden eher Nebencharaktere waren. Außerdem gewinnen die Charaktere an Persönlichkeit, Tiefe und zeigen Seiten von sich, die man am Anfang nicht erwartet hätte.

Maggy
Mein erster Eindruck von ihr bewahrheitet sich immer mehr – ein liebes Mädchen, das ihre Gefühle für die ihr wichtigen Menschen in ihrem Leben über alles und sich selbst in den Hintergrund stellt. Sie ist eine Leseratte und hofft, dass ihr Wissen, ihr irgendwann einmal helfen wird und entflieht durch die Literatur aus ihrer Realität. Jetzt hat sie die Chance selbst eine Rolle in einer Geschichte zu spielen und versucht diese irgendwie auszufüllen.

Joe
Joe erschien mir am Anfang der Reihe wirklich sehr oberflächlich, aber dennoch so, als würde er irgendwas unter der Oberfläche zurückhalten. Dies kommt in diesem Band immer mehr hervor. Die Liebe zu seiner Schwester ist riesig, ihre Sicherheit geht ihm über alles. Dennoch hat er mit der Unsicherheit von früher zu kämpfen. Er gehörte so lange nirgendwo dazu, dass sich viel in ihm aufstaut. Ich bin sehr gespannt, welche Rolle er noch spielen wird.

Margery
Das Schneewittchen in der Geschichte. Ich weiß um ehrlich zu sein immer noch nicht, was ich von ihr halten soll. Sie scheint mir irgendwie zu gut, um wirklich wahr zu sein. Sie ist so liebenswürdig, dass es fast weh tut. Aber eventuell muss sie das sein. So richtig steige ich noch nicht dahinter.

Ember
Ich hätte es fast nicht mehr erwartet, dass ich eine Figur finden werde, die ich noch sehr viel mehr mag, als die anderen, aber ich habe mich ein bisschen verliebt in diesen Charakter. Ich hoffe, dass ich noch einiges mehr von ihr lesen darf.

Das Setting.

Das Setting scheint meist in den Hintergrund zu treten. Dennoch hat mich die Vorstellung gereizt, dass die Erdenmutter neue Welten erschaffen kann – der Vorgang allein hat für viel Kopfkino bei mir gesorgt und hat meine Fantasie angeregt.

Die Geschichte.

Ich habe es ja schon weiter oben geschrieben – mit Ember habe ich meinen Lieblingscharakter innerhalb der Grimm-Chroniken gefunden. Dieser Band, „Das Aschemädchen“, ist daher auch zu meinem bisher liebsten avanciert. Er ist ruhiger als der Vorgänger, aber gleichzeitig von einer enormen Spannung durchzogen, die mich vollkommen in den Bann zog und mich das Buch innerhalb von kürzester Zeit durchsuchten ließ. Die Zeitsprünge sind zwar manchmal ein bisschen verwirrend, da sie mich an dramaturgisch wichtigen Stellen aus meinem Lesefluss in ein anderes Setting katapultiert haben, aber ich bin mir durchaus bewusst, dass das gewollt ist.

Das Fazit.

Eine Geschichte so atmosphärisch und zauberhaft wie ein Märchen, zusammengehalten durch ein spannungsgeladenes Feuer, das von innen wärmt und den Charakteren solch ein Leben einhaucht, dass man sich am Ende fühlt, als würde man sich von lieb gewonnen Freunden verabschieden müssen.


Verlag: Sternensand

Erscheinungsdatum: 02.11.2018

ISBN: 978-3-0389-6007-2

Preis: 8,95 €

Taschenbuch, 168 Seiten

Genre: Fantasy, Märchenadaption

Maya Shepherd, 1988 geboren, lebt im Rheinland mit Mann, Kind und Hund. Seit 2014 ist sie hauptberufliche Autorin und gewann 2015 den Lovely Selfie Award von Blog dein Buch mit ihrem Roman „Märchenhaft erwählt“.


Die Grimm-Chroniken

  1. Die Apfelprinzessin
  2. Asche, Schnee und Blut
  3. Der schlafende Tod
  4. Der Gesang der Sirenen
  5. Der goldene Apfel
  6. Der Tanz der verlorenen Seelen

 

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