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Maya Shepherd – Der schwarze Spiegel

Band 10 der Grimm-Chroniken.

Die Grimm-Chroniken sind eine monatlich erscheinende Reihe.
Der im folgenden vorgestellte Band erscheint am 01. Februar 2019  – Vorbestellungen sind schon möglich.

ACHTUNG!
Diese Rezension enthält Spuren von Spoilern!

Dieses Buch wurde mir von der Autorin als Vorab-Leseexemplar zur Verfügung gestellt – vielen Dank hierfür. Meine Rezension wird hiervon nicht beeinflusst.


„Wie sollte sie jemand anderen retten, wenn sie nicht einmal sich selbst retten konnte?“


Engelland, Margerys Kindheit.
Königin Mary setzt die Einsamkeit immer zu und ihre körperliche Konstitution leidet auch darunter. Dorian lässt sich kaum noch im Schloss blicken und ihre Beziehung zu ihrer Tochter leidet inzwischen auch darunter. Doch dann findet Mary urplötzlich einen neuen Lebensinhalt – die Spiegel. Sie fängt an Spiegel zu sammeln und entdeckt irgendwann einen ganz besonderen…einen schwarzen Spiegel, der anders als die anderen ist.

Engelland, kurz vor Margerys Geburtstag.
Margery weiß nicht mehr ein noch aus. Die Königin wird immer grausamer. Sie versteht nicht, was passiert ist, dass ihre liebevolle Mutter zu diesem herzlosen Monster wurde. Wie froh war sie, als sie Jacob und Will zumindest wieder ein bisschen an ihrer Seite zu haben. Doch dann entdeckt die Königin Hinweise auf diese Verbindung…


Das Cover. 

Wie von den vorherigen Bänden schon gewohnt, ist auch dieses wieder von Düsternis geprägt. Der zerbrochene Spiegel und die blonde, schöne Frau stehen für die zentralen Elemente dieser Geschichte und spiegeln den Inhalt perfekt wider.

Der Stil. 

Die Grimm-Chroniken befinden sich für mich in einem stetigen Wandel, zumindest war es bei den ersten acht Bänden für mich so. Ab da zog eine spürbare Düsternis in die Geschichte ein, die nun ihren bisherigen Höhepunkt erreicht hat. Der Schreibstil in dieser Folge ist sehr erwachsen, finster, teilweise fast brutal und zerstörerisch. Es ist sehr emotional, sehr detailliert und dadurch prasseln dementsprechend viele Bilder auf den Leser ein. Je düsterer die Geschichte an sich wird, desto mehr passt sich der Stil daran an. Die Gefühle der einzelnen Figuren, auch die negativen, und ihre Persönlichkeitszüge sind greifbar und gehen daher auch ordentlich unter die Haut.
Sehr gut gefallen hat mir diesmal der starke Wechsel zwischen den Protagonisten und ihren Perspektiven. Das hat der Geschichte wirklich gut getan und sehr viel Tiefe hineingebracht.

Die Charaktere. 

Königin Mary
Die Hauptfigur in dieser Folge. Marys Geschichte rückt immer weiter in den Mittelpunkt und obwohl einige Fragen endlich beantwortet werden, werden umso mehr neue aufgeworfen, die sich hinsichtlich Marys Schicksal ergeben. Sie ist eine vielschichtige Persönlichkeit, die sich über die Geschichte hinweg auch wirklich entwickelt hat. Von der jungen, naiven Apfelprinzessin ist inzwischen kaum noch etwas übrig, obwohl sich Mary dies selbst manchmal wünscht.

Dorian
Eine der Figuren, die mir doch ein wenig gefehlt haben, und deren Schicksal für mich interessant ist, aber irgendwie auf der Stelle trat, ist wieder aufgetaucht. Dorian rückt wieder ein wenig mehr in das Geschehen und es werden ein paar Fragen geklärt, die mir persönlich wirklich am Herzen lagen. Seine Charakterveränderung und -entwicklung wird nachvollziehbar und ist sehr glaubwürdig dargestellt. Dennoch fehlt mir bei ihm manchmal etwas, er ist für mich nicht so greifbar, wie die meisten anderen Figuren. Irgendwie ist er immer ein kleines bisschen außerhalb meiner Reichweite.

Margery
Schneewittchens Geschichte geht mir immer mehr ans Herz. Emotional gesehen bin ich ihr irgendwie am nächsten, warum kann ich selbst nicht erklären. Ihre Freundschaft zu Will wird dargestellt und man versteht immer mehr die Beziehung zu den beiden.

Das Setting.

Wir bewegen uns die meiste Zeit in Engelland, wie gewohnt im Schloss bei Königin Mary. Doch Ausflüge mit Dorian lockern die ganze Atmosphäre auf. Aber nicht nur das – der Leser wird auch in eine ganz neue Ebene entführt, die viele Geheimnisse birgt.

Die Geschichte.

Der Jubiläumsband zum einjährigen Geburtstag der Grimm-Chroniken besticht nicht nur durch sein Äußeres. Doppelt so lang wie seine Vorgänger, nimmt Maya Shepherd den Leser an den Hand, um das größte Geheimnis der Grimm-Chroniken zu erkunden.

Einmal mehr wurde ich davon begeistert, wie die Autorin den roten Faden in dieser Geschichte gesponnen hat. Die Grimm-Chroniken sind ein großes Gesamtkunstwerk, welches erst durch die Betrachtung diverser Facetten Sinn ergibt und man dabei aber immer wieder neue entdeckt. Daher hat mich auch die Einführung einer neuen Figur erfreut. Diese bringt weitere Tiefe in die gesamte Geschichte und hat mich mit ihrem Schicksal wirklich aufgewühlt.

Das Spielen mit diversen Symbolen, die bei weitem nicht nur aus den bekannten Märchen der Gebrüder Grimm stammen, sondern aus allen möglichen Größen der Weltliteratur oder auch aus diversen Mythen, wird in diesem Band wundervoll in den Mittelpunkt gerückt. Dadurch wurde bei mir wirkliche Begeisterung entfacht, denn das Einweben immer wieder neuer Aspekte wird so ansprechend gelöst, dass es eine wahre Freude ist auf Entdeckungsreise zu gehen und die Reminiszenzen aufzuspüren.

Mir persönlich gefällt die düstere Entwicklung, die die Geschichte nimmt immer mehr. Viele der adaptierten Symbole haben schon in meiner Jugendzeit mein Interesse geweckt, daher bin ich gut damit vertraut und konnte ahnen, welche Richtung eingeschlagen wird und war daher über die Szenen, die grausam und brutal anmuten, nicht erschrocken. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass diese Folge nichts für allzu schwache Nerven ist.

Das Fazit.

„Der schwarze Spiegel“ hat mich binnen kürzester Zeit vollkommen in den Bann gezogen. Düster, grausam, erschreckend und überraschend. Maya Shepherd ist es gelungen, den Jubiläumsband auch zum bisherigen Highlight der Reihe werden zu lassen, indem sie eines der größten Geheimnisse der Grimm-Chroniken enthüllt – und mir als Leser damit das Herz gebrochen hat.


(Werbung, unbezahlt)

Verlag: Sternensand

Erscheinungsdatum: 01.02.2019

ISBN: 978-3-0389-6027-0

Preis: 12,95 €

Taschenbuch, 318 Seiten

weitere Formate: eBook

Genre: Fantasy, Märchenadaption

Maya Shepherd, 1988 geboren, lebt im Rheinland mit Mann, Kind und Hund. Seit 2014 ist sie hauptberufliche Autorin und gewann 2015 den Lovely Selfie Award von Blog dein Buch mit ihrem Roman „Märchenhaft erwählt“.


Die Grimm-Chroniken

  1. Die Apfelprinzessin
  2. Asche, Schnee und Blut
  3. Der schlafende Tod
  4. Der Gesang der Sirenen
  5. Der goldene Apfel
  6. Der Tanz der verlorenen Seelen
  7. Das Aschemädchen
  8. Dornen, Rosen und Federn
  9. Die verbotene Farbe
  10. Der schwarze Spiegel

 

 

 

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